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Shaharudin fast wie in alten Zeiten

Der Zürcher konnte mit dem Vorstoss in die 2. Runde seine Sternstunde an den Swiss Open verlängern.

Ein unerwarteter Erfolg Niemand durfte erwarten, dass Hafiz Shaharudin zunächst die Qualifikation überstehen und am späten Dienstagabend auch noch seinem Gegner in der Startrunde gewachsen sein würde. Am wenigsten traute sich der Adliswiler Spieler selbst diesen Exploit zu. «Meine Vorbereitung war denkbar schlecht», liefert er die Begründung. Am Montag sei er beruflich bis um 2 Uhr morgens in Genf engagiert gewesen. Nach einer unruhigen Nacht und wenig Schlaf trat der 25-Jährige in der St.-Jakobs-Halle an, wo ihn am Auftakttag ein happiges Pensum mit vier Einsätzen (Einzel und Doppel an der Seite seines Klubkollegen Yohanes Hogianto) erwartete. Körper kaum mehr gespürt Aufgrund dieser ungünstigen Vorzeichen rang Shaharudin um eine Erklärung für seine herausragende Leistung. Bei seinen vorherigen drei Turnieranläufen in Basel ist er nie so weit gekommen, und nur dank ihm hatte die Schweiz gestern im Männerfeld noch eine Vertretung auf dem Court. «Es fühlte sich an, als hätte ich nochmals meine alte Klasse aufblitzen lassen können», sagt der Malaysier. Vor seiner Ankunft in der Schweiz im Dezember 2007 war er in seiner badmintonverrückten Heimat ein hochklassiger Junior und gehörte eine Saison lang dem erweiterten Nationalkader an. «Der grosse Unterschied ist, dass ich damals Profi war. Heute gehe ich einer 100-Prozent-Anstellung nach und trainiere nur noch zweimal wöchentlich», bemerkt Shaharudin. Weil er die hohen Belastungen nicht mehr gewohnt ist, hat er am späten Dienstagabend seinen Körper vor lauter Schmerzen kaum mehr gespürt. Doch der Erstrundensieg in einem Duell auf Augenhöhe mit dem französischen Mitqualifikanten Lucas Corvee wirkte wie Balsam. «Ich bin ehrlich. Hätte ich den zweiten Satz nicht gewinnen können, wäre der Match wohl gekippt. Ich hatte kaum mehr Reserven», sagt der Zürcher. Frisch erholt, hatte Shaharudin auch gestern nochmals Chancen. Doch im zweiten Satz war sein Widerstand gegen den zunehmend explosiver wirkenden Russen Sergey Ivlev, die Nummer 116 der Welt, gebrochen (18:21, 14:21). Der gebürtige Südostasiat sinniert: «Es wäre reizvoll, meine Möglichkeiten auszuloten, wenn ich wieder den gleichen Aufwand betreiben würde wie damals.» Dann lächelt er und findet: «Badminton ist faszinierend, aber das Leben daneben eben auch.»(bud)

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