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Schafsschutz Politiker blasen zur Jagdauf den Wolf, TA vom 1. Oktober Tages-Anzeiger, Redaktion Leserforum, Postfach, 8021 Zürich www.tagesanzeiger.ch/leserforum Subventioniertes Hobby. Man sollte doch einmal klarstellen, dass die Schafzucht in den Schweizer Bergen überhaupt keine wirtschaftliche Bedeutung hat. Das Parlament gewichtet also das subventionierte Hobby von ein paar Leuten höher als die Natur. Wir kritisieren Entwicklungsländer, wenn sie Raubbau an der Natur betreiben, und jetzt tun wir aus nichtigem Anlass dasselbe. Hans Müller, Zürich Der Lauf der Natur. Fabian Renz ärgert sich über die Einstellung des Parlaments zum Wolf. Er meint, wir müssten mehr Liebe zur Natur zeigen und dem Wolf mehr Raum lassen. Wenn wir jedoch die Natur achten und akzeptieren, dass wir auch Teil davon sind, werden wir zwangsläufig zum Schluss kommen, dass kein Fressfeind dem anderen freiwillig Raum lässt und dass der Wolf dem Menschen rein gar nichts nützt, sondern nur Kosten verursacht. Wenn wir die Natur lieben, werden wir zulassen, dass die dominante Spezies die weniger dominante verdrängt. Wenn das deren Ausrottung bedeutet, ist das eben der Lauf der Natur. Benedikt Hoffmann, Zürich Kein finanzieller Schaden. Mit dem sympathischen Lachanfall hat Bundesrat Merz bewiesen: Politik kann auch Spass machen. Diese humoristische Einlage ist kaum zu übertreffen. Oder doch? Josef Kunz (SVP) gelang dies mit der Anfrage im Nationalrat über den Import russischer Wölfe. In seiner Anfrage beruft er sich auf jemanden, der jemanden kennt, und diese Person kenne jemanden, der doch tatsächlich im russischen Staatsfernsehen gesehen haben will, dass die Schweiz russische Wölfe importiert habe. Oder war dies gar kein Witz? Die Wölfe, die in der Schweiz leben, sind aus Norditalien eingewandert und nicht – wie immer wieder behauptet wird – bei uns ausgesetzt worden. Wieso die Wolfsgegner so emotional reagieren, ist mir ein Rätsel, wird doch jedes vom Wolf gerissene Schaf durch den Staat fürstlich abgegolten. Es entsteht also kein finanzieller Schaden, ganz im Gegenteil. Die Preise für Schlachtlämmer sind stark gefallen. So schrieb der Schweizerische Schafzuchtverband jüngst: «An einer Schafscheid sind die Einnahmen aus den Parkplatzgebühren auf Ackerland pro Auto an einem Nachmittag höher als der Verkaufserlös eines schlachtreifen Lamms.» Die Wolfsgegner versuchen mit Bildern von gerissenen Schafen Emotionen zu wecken. Traurige Bilder. Setzt man aber die paar Dutzend Schafe, die in der Schweiz von den Wölfen gerissen werden, in Relation zu den zigtausend Schafen, die auf den Alpen jedes Jahr an Verletzungen und Krankheiten qualvoll eingehen, dann kann man die ganze «Wolfsdebatte» nicht verstehen. Andreas Hofer, SurseeKantonsrat Grüne Gegen den Willen der Mehrheit. Nun haben es ein paar unbelehrbare, rückwärtsgewandte Walliser Wolfsfänger geschafft, mit ihren Schalmeienklängen die beiden Räte ins europäische Abseits zu locken. Im Wallis kümmert sich niemand um den Rest der Welt, hier werden sie wohl Volkshelden werden. Es bleibt die Feststellung, dass über 70 Prozent der Bevölkerung anders denken als unsere Volksvertreter. Höchste Zeit, dass sich entweder die Räte ein anderes Volk suchen oder das Volk andere Räte wählt. Helmut Ziegler, Dietikon

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