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Schon 1854 gabs in Regensdorf einen Mittagstisch

Die Oberstufe Regensdorf-Buchs-Dällikon feiert ihr 175-jähriges Bestehen mit einer Chronik. Klassenfotos und Schüleranekdoten beschreiben die Entwicklung der Schule.

Regensdorf. - Ein Lehrer erzählt auf einer Schulverlegung seinen Schützlingen von einer eigenen Zeitzone, die in der Hütte des Alpenclubs gelte. Die Schüler stellen artig ihre Uhren 1 Stunde vor, und als sie abends vom Lehrer um 10 Uhr ins Bett geschickt werden, gibt es keinen Aufstand, denn es ist schliesslich schon 11 Uhr. Auch morgens stehen sie brav um halb sieben auf, denn sie konnten ja immerhin bis halb acht ausschlafen.

Schüler, die sich bei einer Autorenlesung auf ein Autorennen im Singsaal freuen. Lehrer, die sich darüber wundern, dass in einem Klassenlager die Jungen plötzlich alle über eine Leiter in die Mädchenzimmer gelangen. Solche und ähnliche Anekdoten aus dem Schulleben finden sich in der Jubiläumsschrift zur 175-Jahr-Feier der Sekundarschule Regensdorf-Buchs-Dällikon. Zusammengetragen haben sie Ernst Burkhart (ehemaliger Lehrer im Petermoos), Kurt Bannwart (ehemaliger Schulleiter im Petermoos), Annette Muheim (ehemalige Lehrerin im Schulhaus Ruggenacher) und Lutz Oertel (ehemaliger Projektleiter des abteilungsübergreifenden Versuchs an der Oberstufe).

Zur Vernissage mit anschliessendem Apéro sind rund 70 Personen geladen: ehemalige und aktive Schulpflegemitglieder, frühere und heutige Lehrpersonen der Schulhäuser Petermoos und Ruggenacher sowie Gemeinderäte aus Regensdorf, Dällikon und Buchs. «Wir haben uns entschieden, keine wissenschaftliche Jubiläumsschrift herauszugeben», führt Ernst Burkhart das Publikum in seine Arbeit ein.

Die drei ehemaligen Oberstufenlehrpersonen und der Projektleiter erklären, dass sie ein Buch herausgeben wollten, das gerne gelesen wird und Fotos aus den 175 Jahren Schulgeschichte enthält. Das Schwergewicht haben sie auf die letzten 50 Jahre gelegt, denn sie führten für ihre Schrift Interviews mit Zeitzeugen. Deren Erinnerungen und Geschichten aus der Schulzeit haben dann auch in die Chronik Eingang gefunden. Die sechs Interviewpartner haben den Chronisten geholfen, den Regensdorfer Schulbetrieb aus früheren Jahren nachzuzeichnen.

Die Schule Regensdorf gehörte von Beginn an zu den Schulen, die sich schnell an Neues heranwagten. Nachdem im Oktober 1832 das Gesetz über die Organisation des Volksschulwesens durch den Zürcher Regierungsrat verabschiedet worden war, beantragte nur 10 Tage später der damalige Regensdorfer Gemeindepräsident Meier ein Lehrzimmer und dazu eine Lehrerwohnung.

Regensdorf war mit 21 anderen Zürcher Schulen die erste, die eine Volksschule einführte. Der Lehrer verdiente damals noch 600 Franken im Jahr, dafür wurde ihm kostenlos die Lehrerwohnung gestellt. Noch ohne Einwilligung des Erziehungsrats startete 1834 die Sekundarschule Regensdorf in einem Zimmer des Dorfrestaurants. Der Schulkreis zu jener Zeit war um ein Vielfaches grösser als der heutige. So wird in der Chronik der Schulweg des Otelfinger Schülers Jan Oskar Wyss beschrieben. 1854 gehörte er zu den Lernenden, die in Regensdorf nicht nur an einem Mittagstisch versorgt wurden, sondern auch unter der Woche eine Unterkunft erhielten.

Fortschrittliche Schule

Nicht zuletzt zeigt die Festschrift auch Fotos von Lehrpersonen mit ihren Schützlingen; ein Rundgang durch die Mode der letzten 100 Jahre. Im Buch wird aber auch eine Brücke zur heutigen Zeit geschlagen. So brachte das neue Volksschulgesetz für die Schule nicht nur Veränderungen: Die Schule Regensdorf gehörte immer zu den fortschrittlichsten Schulen im Kanton Zürich und war bei den ersten, die lange vor den gesetzlichen Änderungen eine geleitete Schule einführten.

Die Oberstufe kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Aber auch die Zukunft bringt viel Neues: Die Lernateliers sind erfreulich angelaufen, jetzt müssen dafür bauliche Massnahmen getroffen werden. Die Schule wird darüber Ende Oktober informieren.

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