Zum Hauptinhalt springen

Reisende bleiben auf der Strecke

SBB Jeannine Pilloud, Chefin Personenverkehr: «Die Zuschläge sind nicht in Stein gemeisselt», TA vom 20. 6. / Im Zweifel gegen den Kunden, TA vom 17. 6. Unwissend, hilflos, abgebrüht. Ich arbeite seit 32 Jahren als Zugbegleiter bei den SBB. Auf der einen Seite meines Wirkungsfeldes befinden sich die Fahrgäste, auf der anderen die Berufsbürokraten meines Betriebs, und dazwischen stehe ich. Bisher hat mir der Umgang mit den Kundinnen und Kunden meistens gut gefallen. Ob dies aber auch noch so bleiben wird, wenn in den Fernverkehrszügen keine Fahrausweise mehr verkauft werden dürfen, weiss ich nicht. Wir Zugbegleiter werden regelmässig zu Kursen aufgeboten, um kundenfreundliches Verhalten zu üben. Das neue Fahrausweiskonzept ist aber weder kundenfreundlich noch sinnvoll. Das Ermitteln der Personalien eines Reisenden ohne gültigen Fahrausweis ist bedeutend arbeitsintensiver als das Verkaufen eines Billettes. Eine Kulanzregelung dürfte auch nicht einfach werden: Wer ist tatsächlich ein unwissender Tourist, wer ist wirklichhilfsbedürftig, und wer tut allenfalls einfach nur so? Martin Hofer, Chur Eine neue Schikane. Ich kann dem Leserbrief von Hermann Eppler («Begründung klingt wie ein Hohn», TA vom 18. Juni) nur zustimmen, denn ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie er. Ich wollte am Automaten ein Billett von Romanshorn nach Winterthur kaufen, aber der Automat war defekt. Als Folge davon am Schalter eine auffallend lange Menschenschlange. Mein Zug stand bereit: aber ich ohne gültiges Billett! Ein Stunde auf den nächsten Zug warten: keine Alternative. Klar, ist ja ein Schnellzug, und da kann ich im Zug lösen und bezahlen, denke ich bei mir. Der Wagen, in den ich mich setzte, war an jenem Tag bis zur Station Frauenfeld mit lediglich drei Personen besetzt. Und dann, zwischen Frauenfeld und Winterthur, kommt der Zugbegleiter, bei dem ich schliesslich das Billett kaufen kann. Ehrlich wie ich bin, nannte ich meinen Einsteigeort und zahlte für die Fahrt «ab Romanshorn». Die Quittung: ein Zuschlag von 10 Franken. Trotz Klärung des Sachverhalts fand ich beim Kontrolleur kein Gehör. Auch die spontane Intervention eines Mitreisenden konnte den Mann nicht umstimmen. Mein Ärger war gross. Wenn ich aber bedenke, dass ich nach der geplanten Änderung neu 90 Franken mehr würde bezahlen müssen, habe ich keinerlei Verständnis. Kundenservice ist das auf jeden Fall nicht. Höchstens eine neue Schikane. Balz Oertli, Brütten Pech für Schwarzfahrer. Die Abschaffung des Billettverkaufs im Zug geht in Ordnung. Viele potenzielle Schwarzfahrerinnen und Schwarzfahrer profitieren vom Billettverkauf im Zug, indem sie darauf hoffen, dass kein Billettkontrolleur erscheint. Oder sie versuchen dem Billettkauf mit Zeitunglesen oder indem sie sich schlafend stellen zu entgehen. Alex Schneider, Küttigen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch