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Perfekte 1.-August-Stimmung: Alphornklänge beim «Puurezmorge»

Am 1. August packte das Echo vom Zimmerberg seine Alphörner im Bezirk ein und aus. Heimatliche Klänge ertönten auf dem Hof und im Altersheim.

Von Ueli Zoss Wädenswil/Horgen – Die drei älteren, immer noch rüstigen Herren, die am 1.-August-Brunch auf dem Schluchtalhof in Wädenswil das erste Stück intonieren, bilden das Alphorn-Trio Echo vom Zimmerberg. Es sind Fredy Fankhauser (77), aus Wädenswil, der 61-jährige Schönenberger Mark Tschannen und Willy Notter (67) aus Einsiedeln. Die Open-Air-Stubete mit dem «Puure- zmorge» ist gut besucht. «220 Erwachsene und 70 Kinder haben sich angemeldet», sagt Hofbesitzer Werner Fankhauser, der Sohn von Fredy, dem ältesten Mitglied des Echos vom Zimmerberg. Die immer noch eintrudelnden Gäste füllen ein 1.-August-Hofquiz aus. Eine der Fragen lautet: Wie viele Eier legen unsere Hühner bis um 12 Uhr mittags? Danach geniessen sie das üppige Bio-Zmorgebuffet. «Wir haben allein 35 Kilo Mehl für die Backwaren gebraucht», sagt Gutsfrau Karin Hüppi Fankhauser. Fankhauser bläst derweil die erste Stimme, Tschannen die zweite und Notter den Bass. Die einzelnen Stücke unterscheiden sich nicht gross, aber das Alphorn ist bekanntlich kein Instrument, auf dem sich virtuos spielen lässt. Die besinnlichen Melodien sind im Ursprung vor allem Gebetsmusik. Heimatgefühle kommen auf. «Es ist toll hier und die Musik passt hervorragend», sagt der Rüschliker Emanuel Furler, zusammen mit seiner Familie zu Gast an der Matinee. Ableger vom Albisblick «Wir haben uns vor etwa zehn Jahren formiert», sagt Tschannen in einer Pause. Der Gemeindeangestellte ist der Einzige, der noch arbeitet. «Wir lernten uns während einer Alphornwoche in Mürren, im Berner Oberland, kennen. Aus diesem Treffen ist die Alphorngruppe Albisblick entstanden, mit heute 16 Bläsern. Wir sind eine der daraus entstandenen Kleinformationen.» Tschannen hat zuvor kein Instrument gespielt, Notter in der Jugend mal in einer Blasmusik. Fankhauser blies mehr als zwanzig Jahre lang Kornett und Trompete, bis er zum Alphorn wechselte. Fankhauser sagt beim Einpacken, Tschannen blase gut in der Zweiten. Kein Wunder, der sei ja auch noch jung, fügt Notter mit einem Augenzwinkern an. Er spielt Alphorn auch aus Liebe zur Heimat. «Die Schweiz ist wirklich ein schönes Land.» Ein Blicks rund um den Schluchtalhof bestätigt seine Aussage. «Schönheit findet sich aber überall. Man muss sie nur sehen», fügt er an. Ständchen im Tödiheim Am frühen Nachmittag schraubt das Trio seine Instrumente in drei Teile auseinander und verpackt sie für den nächsten Auftritt. Karin Hüppi Fankhauser löst noch das Rätsel um die Hühnereier: «Wir haben 50 Hühner, die 31 Eier gelegt haben.» Drei Stunden später steht das Trio auf der Terrasse des Altersheims Tödiheim, hoch über Horgen. Spielte das Echo vom Zimmerberg beim Brunch im Hintergrund, ist ihm nun die Aufmerksamkeit der Zuhörer sicher. Nebst einer kleinen Gage ist vor allem das Lächeln der alten Leute der Lohn für die Musiker. «Das Echo vom Zimmerberg ist bei uns ein willkommener Gast», sagt Robert Zwahlen, Leiter des Tödiheims. «Es spielt bei uns zum vierten Mal auf.» «Wir spielen gerne in Altersheimen, weil wir den Leuten dort eine grosse Freude bereiten können», sagt Notter. Auch im Altersheim trägt er seine Schwyzer Tracht, Fankhauser und Tschannen ehren die Zürcher Tracht. Am Schluss des Ständchens verteilt Zwahlen Blätter mit dem Text des Schweizer Psalms. Er sagt mit einem Lächeln: «Wir sind wie die Politiker. Wir kennen auch nur die erste Strophe auswendig.» Bei «Trittst im Morgenrot daher» stimmt auch das Trio vom Zimmerberg ein. Es singt inbrünstig, so wie es Alphorn spielt. Ein Ständchen zum 1. August beim «Puurezmorge». Das Echo vom Zimmerberg mit Mark Tschannen, Fredy Fankhauser und Willy Notter (v. l.) Foto: Patrick Gutenberg.

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