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Partnerschaft mit Cape Canaveral ist eingeschlafen

Eigentlich wären Kloten und der Ort am Weltraumbahnhof Cape Canaveral Schwesterstädte. Doch mit Leben gefüllt hat sich die Verbindung fast nie.

Von Sandra Zrinski Kloten – «Am 19. April vor zehn Jahren verfolgte Bruno Heinzelmann, der ehemalige Stadtpräsident von Kloten, von der Zuschauertribüne des Kennedy Space Center aus, wie der Shuttle Endeavour Richtung Weltall entschwand. «Alles vibrierte, und das dumpfe Brummen ging mir durch Mark und Bein», erinnert er sich. Heinzelmanns Ziel war aber nicht nur das Space Center, sondern auch die Stadt Cape Canaveral, die in unseren Breitengraden gänzlich unbekannt ist. Der Grund für seinen Abstecher: Kloten und Cape Canaveral hatten sich zu Sister Citys, also Schwesterstädten, erkoren. Den Kontakt in die Wege geleitet hatte ein Swissair-Mitarbeiter. Heinzelmann fuhr mit dem Mietwagen in die Stadt und suchte das Stadthaus. «Wenn unseres sieben Stockwerke hat, dann muss jenes von Cape Canaveral viel grösser sein», dachte er, geblendet vom grossen Namen der 10?000 Einwohner zählenden Stadt. Nach einigem Suchen stellte er fest, dass er am Stadthaus vorbeigefahren war. «Das war ein einstöckiges Gebäude, einfach und zweckmässig», so Heinzelmann. Der Bürgermeister, Rocky Randels, zeigte dem Schweizer und dessen Familie von der Kläranlage über die Schule bis zu Feuerwehr und Polizei alles, was zu seiner Stadt gehört. Und dabei staunte Heinzelmann einige Male. «Der Sheriff sagte mir, dass sie 15 Polizisten haben.» Und auf einem Wagen stand eine Marmortafel mit rund 20 eingravierten Namen. Diese wurde bei Paraden mitgeführt. «Darauf sind alle Polizisten verzeichnet, die im Dienst gestorben waren. Das zeigte mir, in was für unterschiedlichen Welten wir leben.» Ein Gegenbesuch – das wars Gut zwei Jahre nach seinem Besuch in den USA verbrachte eine Delegation aus Cape Canaveral zwei Tage in Kloten. «Zwei oder drei Jahre lang schickten wir den ‹Stadt-Anzeiger› rüber», erinnert sich der ehemalige Stapi. Er selbst schaffte es 2001 in die dortige Lokalpresse, die «Space Coast Press», wo er mit Familie und Bürgermeister abgebildet war. Unterdessen ist die Beziehung zwischen den Sister Citys eingeschlafen. «Sie schläft gut so», sagt der heutige Stadtpräsident René Huber (SVP) lachend. Man habe weder Zeit noch Geld, um sich mit Cape Canaveral auseinanderzusetzen. Dort scheint die Situation gleich zu sein. Gibt man auf der Website der Stadt «Kloten» ein, erzielt man null Treffer.

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