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Ohnmächtig der Behördenwillkür ausgeliefert

Ein Horgner behauptet, in Uster zu Unrecht eine Parkbusse erhalten zu haben. Es bleibt ihm nur der Weg ans Gericht. Oder er bezahlt.

Von Beatrice Zogg Uster &endash Urs Steinmann ist sauer. Sauer auf die Stadt Uster, die ihm eine Ordnungsbusse von 40 Franken aufgebrummt hat. «Dabei habe ich meinen Parkzettel gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe deponiert», sagt der Horgner. Der Inhaber eines Stempel- und Reklamegeschäfts hat Mitte Oktober wie gewohnt sein Auto auf dem öffentlichen Parkplatz neben dem Restaurant Kastanie abgestellt. Da seine Freundin in der Nähe wohnt, parkiert er sein Auto mehrmals in der Woche über Nacht auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz. Er achte stets darauf, für die gebührenpflichtige Zeit ein Ticket zu lösen und es hinter die Windschutzscheibe zu legen. Umso verärgerter war er am nächsten Morgen, als er die Parkbusse unter dem Scheibenwischer entdeckte. Die Busse wurde um 20.24 Uhr ausgestellt, Steinmann hat ein Ticket bis 21.47 Uhr gelöst. Die Parkquittung hat er fein säuberlich als Beweismittel aufbewahrt. Mit einem Schreiben wandte sich Steinmann an die Stadtpolizei. Diese beurteilt den Sachverhalt anders. In einem Antwortschreiben heisst es: «Wir haben an Ihrem Fahrzeug weder Parkzettel noch sonst einen Hinweis vorgefunden, dass Sie die Berechtigung hätten, Ihr Fahrzeug dort abzustellen.» Steinmann sei es aber freigestellt, die Sache von einem Richter beurteilen zu lassen. Ein nutzloser Ratschlag Den Rechtsweg wollte Steinmann nicht beschreiten. «Wegen 40 Franken lohnt sich dieser Aufwand nicht», sagt er. Als Bürger fühlt er sich aber ohnmächtig. «Wie soll ich beweisen, dass ich das Ticket tatsächlich hinter die Windschutzscheibe gelegt habe?» Steinmann suchte das Gespräch mit dem Ustermer Polizeikommandanten Daniel Stein. Dieser sei am Telefon sehr freundlich gewesen, aber unter dem Strich habe nichts herausgeschaut. Zum Schluss habe er den Ratschlag erhalten, das Parkticket künftig gut sichtbar zu platzieren. In den Ohren des gebüssten Horgners tönt diese Empfehlung wie Hohn. «Es steht Aussage gegen Aussage. Das Wort des Bürgers zählt dabei offenbar weniger als dasjenige des Bussenschreibers», ärgert er sich. Nun hat Steinmann zwei Möglichkeiten: die Busse bezahlen oder den Weg über die Gerichtsinstanzen beschreiten. Polizeikommandant Daniel Stein will zur Parkplatzbusse von Urs Steinmann keine Stellung nehmen, da es sich, bis die Busse bezahlt sei, um ein laufendes Verfahren handle. Bei der Stadtpolizei gelte aber keinesfalls das «Null-Toleranz-Prinzip».

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