Zum Hauptinhalt springen

Ohne Sattel und Federung, mit oder ohne Antrieb

Trial – zu Deutsch Prüfung Trial-Wettkämpfe sind Geschicklichkeitsprüfungen in anspruchsvollem Gelände. Wer mit möglichst wenig Körperkontakt und ohne Stillstand ein Bike mit spezieller Geometrie durch einen natürlichen oder künstlichen Parcours manövriert und ausbalanciert, besteht den Test. Die Athleten, auch Akrobaten an der Lenkstange genannt, fahren dabei nicht nur. Vielmehr hüpfen und springen sie scheinbar spielerisch und zum Teil in schwindelerregender Höhe über alle Arten von Hindernissen. Sie vereinen Ausdauer, Körperbeherrschung, Kraft, Konzentration, Präzision und Mut. Die Zweiräder unterscheiden sich in wesentlichen Punkten von den herkömmlichen Modellen. Um mehr Bewegungsfreiheit zu erlangen, fehlt eine Sitzgelegenheit. Weiter haben sie keine Federgabel, bloss eine geringe Rahmenhöhe und wenig Gänge, da nur minimale Übersetzungen nötig sind. Bei Wettkämpfen in der nicht olympischen Disziplin unterscheidet man zwischen zwei Kategorien: die kleine «20 Zoll» (in Anlehnung an den Raddurchmesser) und die grossen «26 Zoll». Trial-Bikes entwickelten sich in den frühen 1970er-Jahren, ein erster Wettkampf datiert vom 25. Mai 1974 in Bad Nauheim. Hohe Schule des Motorsports Der aus dem Englisch stammende Begriff Trial ist schon seit 70er- Jahren geläufig. Bei der ursprünglichen Form durchquerten Unerschrockene auf dem Motorrad unwegsames Terrain. Eine grosse Bodenfreiheit, wenig Gewicht, ein überdimensionaler Lenkeinschlag und Motoren, die auf die subtilste Drehung des Gasgriffs reagieren, typisieren darauf spezialisierte Maschinen. Paul Keller, langjähriger Nationalcoach bei Swiss Cycling, ist ein Vertreter dieser PS-starken Variante. Als Velofahrer bringt der 63-Jährige keine Erfahrungen und Kenntnisse mit, sondern geniesst lediglich hin und wieder Ausfahrten auf dem Bike, wie dies viele in ihrer Freizeit tun. Das Trial-Wissen eignete sich Paul Keller während seiner fast 20-jährigen Aktivkarriere als Offroad-Motorradfahrer an. Mit 21 Jahren absolvierte er in Riet bei Neftenbach das erste Trial auf der Leihmaschine eines Kollegen. Als er sich in der Rangliste vor jenen Kollegen geschoben hatte, rüstete er sich künftig selbst aus, gab richtig Gas und erlangte rasch internationales Niveau. Einmal belegte er an der SM den zweiten Rang und fuhr an der WM in Tschechien einen 13. Platz heraus. Diese Leistung ist je länger, desto höher einzustufen. «Denn die Schweiz war seit Jahren nicht mehr an einer WM präsent», weiss der Zürcher. (bud)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch