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Nichts zu trinken im Kabarett

Für die Besucher eines Kabarettabends in Bülach gab es nichts zu trinken – weil der Veranstalter seine Tochter erziehen wollte.

Von Kathrin Morf Bülach – Manuela Seiler amüsierte sich köstlich, als das Kabarett Klischee am vergangenen Freitag im Kulturzentrum Guss 81-80 in Bülach auftrat. Weniger lustig fand sie, dass in der Pause keine Getränke bereitstanden.Organisator Jacques Deubelbeiss hatte den Besuchern eröffnet, die Stadt habe ihm keine Ausschankbewilligung erteilt. Seiler wusste sich zu helfen, sie eilte in der Pause auf die Toilette, um Wasser zu trinken. Gemäss Stadtpräsident Walter Bosshard erhielten die Organisatoren zwar tatsächlich keine Ausschankgenehmigung – aber nur, weil sie die übliche Gebühr hierfür nicht bezahlten. Jacques Deubelbeiss organisiert gratis sämtliche Kabarett-Klischee-Auftritte – seine erwachsene Tochter ist Teil des Duos. Die 450 Franken Miete im Kulturzentrum schien ihm «ein sehr fairer Preis». Dann kamen aber immer neue Kosten hinzu, etwa die polizeiliche Veranstaltungsbewilligung von 60 Franken. Dennoch bezahlte er – und teilte der Stadtpolizei schriftlich mit, er werde ein paar Wasserflaschen und Bierchen hinstellen, dazu ein Kässeli. Diese stellte ihm deshalb weitere 60 Franken für die Erlaubnis zum Betrieb einer Festwirtschaft in Rechnung. Weil der Vorverkauf aber schleppend lief, beschloss Deubelbeiss, diese Gebühr nicht zu zahlen. «Eine erzieherische Massnahme», meint er. «Meine Tochter sollte lernen, dass man spart, wenn es nicht läuft.» Stattdessen hängte er ein Plakat über die Bar, auf dem die tränenüberströmten Komödianten zu sehen waren sowie der Hinweis, die Stadt habe die Ausschankgenehmigung nicht erteilt. Er habe falsch gehandelt, räumt der Aargauer ein.

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