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Neuzuzüger sorgen für Aufruhr im Storchendorf

Drei neue Storchenpaare wollen sich in Oetwil neben den fünf alten ansiedeln. Für ein Pärchen gestaltet sich der Bau eines soliden Nestes als schwierig.

Von Regine Imholz Oetwil – Sie stehen auf dem Dachfirst, klappern mit den Schnäbeln und stecken verliebt die Köpfe zusammen: SE 277 und seine Partnerin SE 073. Die beiden jungen Störche sind zusammen mit zwei weiteren Paaren plötzlich in Oetwil aufgetaucht. «Wir haben keine Ahnung, warum», sagt Heidi Katzbach, Präsidentin des örtlichen Storchenvereins. «Vielleicht sind sie bei der Rückkehr aus dem Winterquartier einfach den Oetwiler Störchen gefolgt.» Die Neuzuzüger sorgten unter den alteingesessenen Störchen für Stress: Mit Tiefflug-Angriffen, begleitet von lautem Geklapper, versuchten sie, die Oetwiler aus ihren Nestern zu vertreiben. Vergeblich. Schliesslich blieb ihnen keine andere Wahl: Sie mussten den Bau einer eigenen Behausung in Angriff nehmen. Zwei Paare liessen sich auf Hausdächern nieder, die bereits von alteingesessenen Störchen besetzt waren. «Erstaunlicherweise duldeten diese die neuen Nachbarn problemlos», sagt Hans Jörg Katzbach, der mit seinem Fernrohr das Geschehen auf den Dächern verfolgt. Die vier Störche trieben den Hausbau zügig voran und seien bereits am Brüten. Doch SE 277 und seine Partnerin scheinen sich die Zeit lieber mit Turteln zu vertreiben. Zwei halbherzige Versuche zeugen von einer gewissen Unentschlossenheit. Und auch mit ihrem jetzigen Bau scheinen die zwei nicht so recht voranzukommen. «Auch wenn sie es noch schaffen sollten, ein Nest zu bauen: Für das Ausbrüten der Eier wird es dann zu spät sein», sagt Heidi Katzbach.Ihre Recherchen im «Storchen-Logbuch» bringen Klarheit über die Herkunft von SE 277 und SE 073: Das Männchen ist ein Oetwiler, das am 4. Juni 2008 auf einer Pappel beringt wurde. Seine Partnerin kommt aus dem solothurnischen Altreu. Eigene Jungen getötet Auf den Horsten stehen die brütenden Störche ab und zu auf, prüfen die Lage der Eier und lassen sich wieder darauf nieder. In sieben Nestern wird Nachwuchs erwartet. Anfang bis Mitte Mai schlüpfen die ersten Jungtiere. Einen Monat später werden sie beringt, Mitte August fliegen sie ab Richtung Süden. Dieses Jahr macht die Trockenheit den Störchen zu schaffen: Das Futter wird knapp, weil sich die Würmer tief in die Erde graben. Kommt nicht bald Regen, bleibt für die Aufzucht der Jungen nicht genug zu fressen. Die Katzbachs haben eine solche Situation schon erlebt: 2008 war es ebenfalls zu trocken. «Damals töteten drei Elternpaare ihren schwächsten Nachwuchs», sagt die Präsidentin. «Um die Überlebenschancen der restlichen Jungtiere zu erhöhen.» Nur halbherzig baut das turtelnde Storchenpaar an seinem Nest auf einem Dach in Oetwil. Foto: Kurt Heuberger

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