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Neun Suizide in Zürcher Gefängnissen in den letzten zehn JahrenNeun Suizide in Zürcher Gefängnissen in zehn JahrenNeun Suizide in Zürcher Gefängnissen in zehn Jahren

Ein Drittel aller Todesfälle in den Gefängnissen des Kantons waren Selbstmorde.

Von Stefan HohlerZürich – In den Gefängnissen im Kanton Zürich sind in den Jahren 2001 bis 2010 insgesamt 27 Todesfälle verzeichnet worden. Ein Drittel davon waren Selbstmorde. Diese schreibt der Regierungsrat als Antwort auf eine Anfrage der beiden Kantonsräte Markus Bischoff (AL) und Esther Guyer (Grüne). Im Kanton Zürich stehen für Gefangene 1400 Plätze zur Verfügung, wobei die Justizvollzugsanstalt Pöschwies in Regensdorf das grösste Gefängnis ist. Dort wurden 11 Todesfälle verzeichnet, darunter aber keine Selbsttötung. Auch in den Polizeigefängnissen mit drei Todesfällen wurde kein Selbstmord verübt. Die Vermutung der beiden Kantonsräte, dass es zu einer Zunahme von Suiziden in schweizerischen Gefängnissen gekommen sei, werde mit diesen Zahlen für den Kanton Zürich nicht bestätigt, schreibt der Regierungsrat.In Anbetracht der Zahl der Haftplätze und der Belastung einer Inhaftierung läge die Suizidrate im tiefen Bereich. Es handelt sich vor allem um Männer zwischen 15 und 45 Jahren, bei denen Suizid auch allgemein eine der häufigsten Todesrate ist. Im Massnahmezentrum Uitikon für Jugendliche und junge Erwachsene und in der psychiatrischen Sicherheitsstation der Klinik Rheinau waren in den vergangenen Jahren keinen Todesfälle verzeichnet worden. Vor allem in Untersuchungshaft Interessant ist der Gefangenenstatus der Verstorbenen: Von den neun Personen, die Suizid verübt hatten, befanden sich acht in Untersuchungs-, die neunte in Sicherheitshaft. Die Zahl der Selbstmordversuche (ohne Todesfolgen) zwischen 2001 und 2010 in den Polizeigefängnissen der Kantonspolizei beziffert der Regierungsrat auf 66, davon 11 bei Frauen. In den Gefängnissen des Amts für Justizvollzug gebe es diesbezüglich keine spezielle Statistik. In der Regel würden dort die Gefangenen länger bleiben. Es sei nicht immer klar, ob es sich bei der Selbstverletzung um einen eigentlichen Suizidversuche handle oder ob der Häftling damit eine Versetzung in eine Klinik (lockerer Haftbedingung und bessere Fluchtmöglichkeiten) bewirken wollte. In sämtlichen Gefängnissen findet mindestens einmal wöchentlich eine psychiatrische Visite statt, in den Gefängnissen Zürich und Flughafen (Ausschaffungshaft) sogar dreimal wöchentlich. Im Provisorischen Polizeigefängnis (Propog) auf der Stadtzürcher Kasernenwiese werden die Arrestanten mehrheitlich in Doppelzellen untergebracht, was in der Regel eine beruhigende Wirkung hat.

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