Zum Hauptinhalt springen

Neues Mittim-Projekt will Hochhäuser im Effretiker Zentrum – TA vom 1.7.

Neues Mittim-Projekt will Hochhäuser im Effretiker Zentrum – TA vom 1.7. Verfehlte Stadtplanung mit überdimensionierten Freiräumen Der Studienauftrag zeigt viele Verbesserungen und weist in die richtige Richtung. Zu einer guten städtebaulichen Lösung ist es aber noch ein weiter Weg. Das Projekt String von Staufer & Hasler geht differenzierter auf die bestehende Bebauung und die Geschichte von Effretikon ein. Leider mussten die Planer mit schlechten Vorgaben arbeiten. Die Belebung und Aufwertung des Zentrums – das Ziel dieser Planung – ist nicht erreichbar ohne eine fundierte städtebauliche Analyse. Den (Mehr-)Verkehr mit Fussgängern und Velofahrern zu beruhigen, ist zynisch und einer professionellen Stadtplanung nicht würdig. Ein Stadtzentrum aufzuwerten und mit Leben zu füllen, ist nicht durch Hinzufügen, sondern durch das Wegnehmen von motorisiertem Verkehr erreichbar. Vier neue öffentliche Freiräume, die alle durch den Verkehrsstrom der Bahnhofstrasse durchschnitten werden, können niemals genügend belebt werden. Dieses Überangebot verkommt zu öden Leerflächen, die nur Kosten für die Allgemeinheit verursachen. Der Effimärt als verkehrsfreier städtischer Platz und die Moosburg als grüner Stadtpark ist absolut genügend. Anstelle der neuen Freiräume kann eine dichte städtische Bebauung entstehen, die störenden massiven Hochhäuser sind für die hohe Ausnützung nicht mehr nötig. Der Stadtrat fördert mit diesem Studienauftrag – mit dem Argument, neue Freiräume zu schaffen – nur die Interessen eines einzelnen Unternehmers. Mit Steuergeld wird eine Planung vorangetrieben, die am Schluss keinem ortsansässigen Handwerker Arbeit verschaffen wird. Jürg Morf, Architekt, Effretikon Der Stadtrat versucht, das Projekt «Mittim» zu retten Der Unternehmer Hans Hänseler wirbt schon lange aufwändig für sein Projekt einer Totalerneuerung des Effretiker Zentrums. In den letzten Monaten scheinen ihm Zweifel gekommen zu sein, ob es gelingt, dafür die Mehrheit der Bevölkerung zu gewinnen. Da kam dem Stadtrat die Idee, das Projekt dadurch zu retten, indem er es von zwei renommierten Planungsbüros beurteilen und allenfalls nachbessern lässt. Der Anschein von Neutralität sollte gewahrt werden, indem die Gutachten von der Stadt in Auftrag gegeben und bezahlt wurden. Dann galt es, eine Jury aus nicht befangenen Fachleuten zu bestellen. Die Zusammensetzung des Gremiums erstaunt. So gehört ihr auch Hans Hänseler an, der wohl kaum neutral sein dürfte. Diese Jury entschied sich gegen Hänselers ursprüngliches Projekt. Er muss darüber allerdings nicht traurig sein – im Gegenteil: Seine Bedingung, dass ihm die überaus hohe Baumassenziffer 8,0 zugestanden wird, ist erfüllt. Auch der Stadtpräsident ist zufrieden, wurde ihm doch sein absurdes Vorhaben eines Parks hinter dem Stadthaus zugestanden. Hat die Stadt damit eine bessere Lösung in Aussicht? Nein, die vorgeschlagene ist etwa so schlecht wie die frühere: Sie besteht aus einer Ansammlung massiver Bauklötze an lärmigster Lage – nur ein wenig anders verteilt. Dazwischen findet man sterile offene Plätze. Die Jury lobt das «Zusammenspiel und das Verhältnis von Körper und Freiraum». Es sei «erfreulich ausgewogen». «Der Vorschlag scheint wie aus den Genen des Ortes gewachsen zu sein.» Was heisst das? Und was ist eine «robuste, kraftvolle Identität»? Hat der Stadtrat für solchen hochgestochenen Unsinn 160 000 Franken gesprochen? So viel kosten uns Steuerzahler die zwei Vergleichsplanungen, die – wie vorauszusehen war – in Hänselers Sinne ausfielen und kaum einen Fortschritt bringen. Die Aufgabe des Unternehmers wäre es gewesen, für eine bessere Planung zu sorgen – doch an die Gutachten bezahlt er keinen Rappen. Dass er dennoch mitentscheiden darf, finde ich skandalös, genauso wie die Tatsache, dass Stadtpräsident Martin Graf, der seit langem leidenschaftlich die Interessen des Unternehmers vertritt, auch noch in der Jury mitarbeitete. Peter Peisl, Effretikon

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch