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Neuer Anlauf für mehr Seezugang

Der Verein «Uetikon an den See» lanciert eine Petition für mehr öffentlichen Zugang zum Seeufer – um dem Gemeinderat für künftige Verhandlungen mit der Chemie Uetikon den Rücken zu stärken.

Von Eva Robmann Uetikon – Rund einen Kilometer Seeanstoss hat Uetikon insgesamt – doch nur etwa 50 Meter sind öffentlich zugänglich, nämlich in der Badi. Das stört nicht nur die Mitglieder des Vereins «Uetikon an den See». Von den rund 5700 Uetiker und Uetikerinnen hatten sich viele an einer Zukunftskonferenz vor drei Jahren für mehr öffentlichen Seeanstoss ausgesprochen. Im Jahr 2007 waren sie kurz vor Erreichen dieses Ziels gestanden, als an einer Gemeindeversammlung über das Bauprojekt «Uetikon West» der Chemie Uetikon (CU) abgestimmt wurde. Neben viel Wohnraum sowie gewerblicher Nutzung war dabei auch ein öffentlicher Park am See vorgesehen. Das Stimmvolk wollte jedoch mehr – auch die Mitglieder des später gegründeten Vereins «Uetikon an den See» sprachen von einer besseren Alternative. Öffentliches Interesse ausweisen Das Projekt der CU wurde mit 446 zu 347 Stimmen abgelehnt, gerade auch in der Hoffnung auf eine Lösung mit mehr Seezugang. Dabei hatte die CU zuvor klar kommuniziert: Bei einer Ablehnung werde das ehemals aufgeschüttete Konzessionsland weiterhin gewerblich genutzt. Und so wird auch heute noch, wo eigentlich ein öffentlicher Park geplant war, Dünger produziert. Mit einer Petition will der Verein dem Gemeinderat nun den Rücken für erneute Verhandlungen stärken. «Wir wollen zeigen, dass das Uetiker Volk ein klares Interesse an mehr öffentlichem Seezugang hat», sagt der Co-Präsident des Vereins «Uetikon an den See», Rolf Käppeli. Man habe zwar bereits das Gespräch mit der Gemeinde und der CU gesucht und Vorschläge unterbreitet. Aber bei den Verhandlungen sei ein klar erwiesenes Interesse der Bevölkerung ein nützlicher Trumpf. Rolf Käppeli sieht noch mehr Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen: Beim Areal zwischen Badi und Hafen, wo derzeit ein privates Bauprojekt durch einen Rekurs des Heimatschutzes auf Eis gelegt werden musste, gebe es Verhandlungsspielraum für einen öffentlichen Zugang, sagt Käppeli. Denn die Gemeinde habe dort in der Freihaltezone ein Vorkaufsrecht. Bis Herbst wird gesammelt Auch an der Grenze zu Meilen, im Rotholz, sieht Käppeli Handlungsmöglichkeiten, um zu öffentlichem Seezugang zu gelangen. «Da gäbe es gemeindeübergreifende Lösungen», sagt er. Für das Rotholz gibt es bereits ein Bauprojekt für zwei Häuser und einen kleinen öffentlichen Seepark auf Meilemer Boden, das aber wegen Uranfunden sistiert worden ist. «Man sollte einfach jede Möglichkeit packen», sagt Biochemiker Andreas Natsch, Co-Leiter des Vereins «Uetikon an den See». Schliesslich sei das Gebiet am See im neuen Richtplan bereits zur Mischnutzung festgelegt worden. Nur noch die Zonenordnung müsste angepasst werden. «Im Gespräch findet man Lösungen, von denen alle Seiten profitieren», sagt Andreas Natsch, Lösungen mit Wohn- und öffentlichen Parkflächen. Bis zum Herbstmarkt im Oktober sollen Unterschriften für die Seezugangs-Petition gesammelt werden. Diese fordert den Gemeinderat auf, Vorschläge aufzunehmen und Möglichkeiten abzuklären. Der Uetiker Gemeindepräsident Urs Mettler (parteilos) verfolgt die Lancierung der Petition mit Interesse. «Es ist eine unverbindliche Anregung», sagt er und fügt an: «Aber ich möchte nicht, dass sich die Leute falsche Vorstellungen machen.» Die Gemeindebehörde sei in den Verhandlungen mit der CU nur Bittstellerin. Die Themen Altlastensanierung und der Zürichseeweg stünden unter kantonaler Hoheit. Und was den öffentlichen Zugang an den See anbelange, sei zu bedenken, dass es sich um Privatland handle. «Die Behörde ist nicht in der Position, Forderungen zu stellen», sagt Mettler. Aber natürlich, verhandeln könne man immer. CU wartet auf Vorschläge Ähnlich sieht das die CU, die an der ominösen Gemeindeversammlung vor vier Jahren langjährige Pläne versenken musste. «Bei einer neuen Variante sind wir offen für Diskussionen», sagt der CU-Kommunikationsverantwortliche Michel Segesser, der seit Februar im neu geschaffenen Amt ist. Er fügt hinzu: «Die Gemeinde ist noch nicht offiziell an uns herangetreten. Der Ball liegt jetzt bei ihr.» www.uetikon-an-den-See.ch/ Aktuell/ Petition «Man darf sich keine falschen Vorstellungen machen. Die Gemeinde ist in den Verhandlungen nur Bittstellerin.» Urs Mettler, Gemeindepräsident

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