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Nahe am Exploit

Der interregionale Zweitligist Wettswil-Bonstetten wehrte sich in der 1.-Cup-Hauptrunde gegen Servette nach besten Kräften. Erst ein Foulpenalty in der Nachspielzeit zum 0:2 entschied die Partie.

Von Ueli Zoss, Wettswil Der Cup-Hit im Säuliamt verlief – vom Resultat abgesehen – nach dem Geschmack der Gastgeber: «Wir haben alle 1600 Tickets verkauft, das ist Stadionrekord», konnte Wettswil-Bonstettens Sportchef Oliver Hediger vor Spielbeginn mitteilen. Er nahm auch die Rolle des Platz-Speakers ein und hatte am Mikrofon einiges zu tun. So las er vor dem Anpfiff alle Namen der 160 Matchball-Spender ab und bedankte sich bei ihnen. Draussen begleitete die Kantonspolizei die Fans von Servette zu ihrem Sektor auf der Stehrampe, die zusammen mit der Tribüne eigens für das Cup-Fest errichtet worden war. Nicht alle Anhänger des Tabellendritten der Challenge League sprachen Französisch. Auch der Servette-Fan-Club «Deutschschweiz 1986» machte seine Aufwartung. Der Auftritt des Genfer Traditionsklubs stiess im Stadion Moos zudem auf einiges mediales Interesse aus dem Gästelager. «Le Matin Dimanche» hatte einen Journalisten geschickt wie auch die «Tribune de Genève», und der Reporter von Radio Servette hielt seine Hörer nonstop auf dem Laufenden. Chancen zum Ausgleich Radio Servette konnte schon in der 16. Minute von der Genfer Führung berichten. Nach einem Corner hatte Patrik Baumann per Kopf das 1:0 erzielt. Ansonsten leistete die Abwehr des Aufsteigers in die 2. Liga interregional dem Favoriten hartnäckigen Widerstand. Goalie und Captain Marcel Müller – genannt «The Wall» – lief sogar zu blendender Form auf. Es waren bekannte Namen, die ihn auf Trab hielten. Servette spielte vorne mit Silva Eudis (ex FCZ), Mobulu M’Futi (ex Sion) und Julian Esteban, der vor noch nicht allzu langer Zeit als grosse Schweizer Stürmerhoffnung galt. «Häsch di Parade vom Müller gseh», fragte ein Fan zu seinem Nachbarn, als der Keeper gegen M’Futi mirakulös rettete. Nach einer halben Stunde Spielzeit war vom Klassenunterschied von zwei Ligen jedoch nichts mehr festzustellen. Der Favorit geriet in Bedrängnis, Wettswil-Bonstetten bestimmte plötzlich bis zur Halbzeit Spiel und Tempo. «In dieser Phase spielten wir hervorragend», sagte FCWB-Trainer Martin Dosch. Der Aussenseiter erspielte sich auch Tormöglichkeiten. Der Schuss von Yann Schlüchter verfehlte aber um wenig das Ziel; Giuseppe Sorrentino scheiterte mit seinem Versuch ebenfalls knapp, und in der 43. Minute gelang auch Servette-Goalie Loic Novelle nach einem Kopfball des aufgerückten Verteidigers Ilir Shehi eine Glanzparade. «Die sind nicht besser als unsere Spieler», meinte mancher Wettswiler Fan auch während der zweiten Halbzeit. «Die müssen aber nicht mehr machen, die führen ja», lautete die berechtigte Replik eines Zuschauers. In der Tat – Servette beschränkte sich aufs Verteidigen des Vorsprungs und Wettswil-Bonstetten zollte den Anstrengungen langsam, aber sicher Tribut. In der 92. Minute fiel noch das 2:0, André Soares verwandelte einen Foulpenalty. Zufriedener Präsident Adrian Gallmann, Präsident des FCWB, zeigte sich nach dem Abpfiff hoch erfreut: «Es war ein perfekter Tag. Davon haben wir geträumt. Jetzt feiern wir mit der Mannschaft ausgiebig.» Auch der Klubkasse tat der Cup-Fight gut. Auf rund 20 000 Franken beziffert Gallmann den Reingewinn. Darunter fallen auch die 3000 Franken vom Schweizerischen Fussballverband für die Teilnahme an der 1.-Cup-Hauptrunde. «Ortstermin» Seefeld - Bellinzona Seite 55 Servettes Patrick Baumann (weisses Trikot) trifft per Kopf zum 1:0 – Wettswil-Bonstettens Spieler forderten dem Favoriten aber trotzdem alles ab. Foto: Reto Oeschger

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