Zum Hauptinhalt springen

Mutmasslicher Schänder kommt nicht aus der HaftMutmasslicher Schänder kommt vorerst nicht aus der Haft

Ein junger Mann, der eine Frau geschändet haben soll, bleibt in Untersuchungshaft. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde abgewiesen.

Von Stefan Hohler Lausanne/Zürich – Der Mann sitzt seit dem 11. März in einem Zürcher Gefängnis. Er wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, eine wehrlose junge Frau sexuell missbraucht zu haben . Der Vorfall ereignete sich am 7. März 2010 in der Wohnung des jungen Mannes in Winterthur; am 11. März wurde er verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die knapp 20-jährige Frau ging damals zusammen mit einem Begleiter in die Wohnung, um Drogen zu kaufen. In der Wohnung waren neben dem Angeschuldigten noch zwei weitere Männer. Die junge Frau und die vier Männer kannten sich aus dem gemeinsamen Kollegenkreis. Die Frau konsumierte Kokain, und – was überrascht – sie nahm auch selber GBL, besser bekannt unter dem Namen K.-o.-Tropfen oder Liquid Ecstasy. Dieses Rauschgift hat eine euphorisierende Wirkung, die schliesslich in Müdigkeit übergeht. Der jungen Frau wurde schlecht, und sie ging zur Toilette, um sich zu übergeben. Dort soll der Angeschuldigte die Frau, welche inzwischen das Bewusstsein verloren hatte, sexuell missbraucht haben. Der Angeschuldigte gibt zwar zu, dass es zwischen ihnen einvernehmlich zu «Rummachen, Knutschen und Küssen» gekommen sei. Als er aber gemerkt habe, dass die Frau «nicht mehr so ganz dabei» gewesen sei, habe er aufgehört und sich selbst befriedigt. Gemäss Aussagen eines der drei Kollegen war der Angeschuldigte aber ins WC gegangen und hatte die Tür abgeschlossen. Der Zeuge sprach davon, dass er von der Frau «Nei, nei, nei» gehört habe und dann ein «Bum-Bum-Geräusch» wie von Stössen beim Geschlechtsverkehr. Als der Angeschuldigte nach 20 Minuten aus der Toilette gekommen sei, sei die zuvor angezogene Frau auf dem Rücken gelegen und habe keine Hose mehr angehabt; der Slip sei zur Hälfte nass gewesen. Der Zeuge ging sofort davon aus, dass der Mann die Frau vergewaltigt hatte. Der Angeschuldigte habe die Frau dann mithilfe eines weiteren Mannes auf das Sofa getragen. Das Bundesgericht stützt sich in seinem Entscheid auf die Aussage des oben erwähnten Hauptzeugen. Dieser habe der Polizei den Vorfall detailreich und plausibel erklären können. Er habe in der Konfrontationseinvernahme drei Tage später seine Aussagen zwar relativiert und sie später auf Anraten seines Verteidigers verweigert. Trotzdem bleibe der dringende Tatverdacht gegen den Angeschuldigten bestehen, und es bestehe Kollusionsgefahr. Der Mann könnte sich mit den drei Kollegen absprechen oder auf sie einwirken; gegen sie laufen ebenfalls Verfahren. Deshalb wird die Beschwerde abgelehnt und die Verlängerung der Untersuchungshaft bis zum 12. September nicht beanstandet. 1B_203/2010

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch