Zum Hauptinhalt springen

Museum wird zum Puppenhaus

Das Ortsmuseum Thalwil zeigt das Schaffen der Puppenkünstlerin Antoinette Froschmayer-Gaerny.

Von Carole Bolliger Thalwil – In der Mitte des Raums dreht sich ein Miniaturkarussell im Kreis, Musik spielt. Auf dem Karussell reiten sechs Mädchen und Buben. Es sind Puppen aus Modelliermasse, hergestellt von der Thalwiler Puppenkünstlerin Antoinette Froschmayer-Gaerny. Das Ortsmuseum Thalwil zeigt nun 70 Werke von Froschmayer-Gaerny zu ihrem 25. Geburtstag als freischaffende Künstlerin. «Es ist eine grosse Freude für mich, im Ortsmuseum die Entwicklung meines Weges zeigen zu dürfen», freut sich die Künstlerin, die schon mehrere internationale Preise gewonnen hat. Als Kind interessierte sie sich viel mehr für handwerkliche Arbeiten als für Puppen. Ihre Liebe entwickelte die heute 65-Jährige, als sie als Mädchen Babys und Kinder betreute. «Die Naivität, Spontaneität und Unschuld von Kindern fasziniert und inspiriert mich», sagt sie. Schon als kleines Mädchen habe sie häufig gebastelt, aus wenigen Materialien kleine Kunstwerke hergestellt, erinnert sich Froschmayer-Gaerny und zeigt ihre erste selbst gemachte Stoffpuppe. Da sei sie etwa fünf Jahre alt gewesen. Skulpturen von Kindern In der Ausstellung lässt Froschmayer-Gaerny fünf Kinder aus Modelliermasse eine Kletterstange hochklettern. Hinter jeder Puppe und jedem Kunstwerk – aus Stoff, Ton, Porzellan, Vinyl oder Modelliermasse – steckt eine persönliche Geschichte der Künstlerin. «Als Mädchen habe ich es nie geschafft, die Kletterstange hochzuklettern. Ich glaube, mit diesem Kunstwerk habe ich meinen Frust verarbeitet», sagt Froschmayer-Gaerny lachend. Die Kombination aus Technik und handwerklicher Arbeit sei das, was sie an ihrer Arbeit als Puppenkünstlerin so liebe. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das Selbstporträt der Künstlerin, die Musik und Gesang studierte. Vor ein paar Jahren hat Froschmayer-Gaerny von sich selbst eine Puppe aus Porzellan gefertigt – nach einem Foto aus ihrer Kindheit. Der Bogen ihrer Arbeiten wird ergänzt durch ihre neusten Werke aus Ton. Die puristischen Skulpturen entsprechen ihrer heutigen Einstellung: weg von allen Accessoires, hin zur reinen Kinderdarstellung. Wunderschöne Kunstwerke seien es, sagt Christina Enderli. Die Kuratorin des Ortsmuseums Thalwil ist überzeugt, dass es eine erfolgreiche Ausstellung wird. «Wir freuen uns sehr, und ich finde es schön, dass wir Antoinette Froschmayer-Gaerny diese Plattform zu ihrem Jubiläum bieten können», sagt Enderli. «Von der Künstler-Puppe zur Kinderskulptur», 26. Februar bis 22. Mai, Ortsmuseum Thalwil. Vernissage: Sa., 26. Februar, 16.30 Uhr. Geöffnet an allen Sonntagen und am Ostermontag, 25. April, von 14 bis 17 Uhr. Antoinette Froschmayer-Gaerny mit ihrem Selbstporträt als Kind.Foto: S. Rock

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch