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Mütter wandern ins Triemli ab

Seit die Geburtenabteilung im Spital Sanitas geschlossen ist, ist das Triemlispital in Zürich überlastet. In Horgen und in Richterswil hätte es genügend Kapazität.

Von Anne-Sophie Galli Zwei Monate nach der Schliessung der Geburtenabteilung im Kilchberger Spital Sanitas zeigen sich erste Auswirkungen. Besonders das nur gerade wenige Kilometer von Kilchberg entfernte Zürcher Stadtspital Triemli ist betroffen: Die Geburtenabteilung platzt dort aus allen Nähten. Auch Horgen hat mehr Der deutliche Anstieg der Geburtenzahlen ist eine Folge der Fusion des Horgner Zimmerbergspitals mit dem Sanitas zum neuen Seespital. Seither bieten die beiden Spitäler nur noch eine gemeinsame Geburtenabteilung in Horgen an, was im Vorfeld der Fusion zu Opposition geführt hat. «Die Anmeldungen für Geburten haben bei uns seit Anfang Jahr deutlich zugenommen», sagt Triemli-Mediensprecherin Susanna Heckendorn auf Anfrage. «Im Vergleich zum Vorjahr sind es in den Monaten Februar und März bereits über zehn Prozent mehr.» Im Triemli rechnet man mit 100 bis 300 zusätzlichen Geburten jährlich. Markus Gautschi, Direktor des Seespitals, geht sogar davon aus, dass durch die Verlegung der Geburtenabteilung rund 400 Gebärende des Sanitas an Zürich verloren gehen. Im Januar musste das Zürcher Triemlispital sogar einige Gebärende abweisen. Solche Engpässe seien zwar in den Vorjahren auch schon vorgekommen, aber nicht in diesem Ausmass, sagt Heckendorn. Die steigende Geburtenzahl macht sich nicht nur im Triemli, sondern auch im Horgner Seespital bemerkbar. «Wir spüren einen klaren Zulauf von Geburten aus dem Bezirk Horgen, aber auch aus der Stadt Zürich», sagt Manuel Zimmermann, Mediensprecher des Seespitals. Im Dezember erblickten 60 Kinder im Seespital das Licht der Welt, im Januar 50. Das sind doppelt so viele wie in den gleichen Monaten im Vorjahr. Paracelsus: Potenzial ist da Trotz dieses Anstiegs ist die Geburtenabteilung im neuen Seespital nicht ausgelastet. «Mit einem neuen Geburtenzimmer, das wir am Montag in Horgen eröffnen, haben wir noch zusätzliche Kapazität», sagt Zimmermann. Mehr Geburten als im letzten Jahr verzeichnet auch das Paracelsus-Spital in Richterswil. Im Januar waren es 40, was rund 8 Geburten mehr sind als der Durchschnittswert im Vorjahr. «Wir sind gut ausgelastet, kämen aber auch mit ein paar Frauen mehr zurecht», sagt Lukas Rist, Geschäftsführer des Paracelsus-Spitals. Ob der Geburtenzuwachs mit der Schliessung der Sanitas-Geburtenabteilung zusammenhänge, konnte Rist nicht sagen. Denn wie in anderen Spitälern macht sich der schweizweite Geburtenanstieg auch in Richterswil bemerkbar. Laut Bundesamt für Statistik gab es im Jahr 2009 in der Schweiz rund 6000 Geburten mehr als vor acht Jahren.

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