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Mit mehr Tempo zu neuen Zielen

Die ZSC Lions setzen unter Trainer Colin Muller auf schnelle Angriffsauslösung. Und denken europäisch.

Von Philipp Muschg, Zürich Manch einer kann es kaum erwarten: Für 10.15 Uhr haben die ZSC Lions am Montag das erste gemeinsame Eistraining der in knapp sechs Wochen beginnenden Saison angesetzt, doch schon eine Viertelstunde vorher zeichnen Wladimir Krutows Schlittschuhe erste Spuren in die spiegelglatte Oberfläche der Kunsteisbahn Oerlikon. Die Eismaschine hat den Rink noch nicht einmal verlassen. Das Feld füllt sich rasch. Da sind die beiden neuen Kanadier Cory Murphy und Duvie Westcott, die für mehr Kreativität in der Defensive sorgen sollen. Da ist Thomas Ziegler, der ehemalige GC-Stürmer, der nach 12 Jahren an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Da ist Adrian Wichser, dessen sommerlich lange Mähne wild unter dem Helm hervorflattert. Und da ist Andres Ambühl, der seine Runden erstmals in den Farben des ZSC zieht. «Mehr Distanz zu den Spielern» «Ich spreche nicht gern von Vorzeigetransfer», sagt Sportchef Edgar Salis, der das Geschehen neben CEO Peter Zahner von der Tribüne aus verfolgt, «aber natürlich ist Ambühl mit seinem Speed ein Spieler, den jeder NLA-Klub gern in seinen Reihen hätte.» Der Davoser, der seine gesamte NLA-Karriere für den HCD bestritt, entschied sich nach einer Saison im Farmteam der New York Rangers auch deshalb für die Lions, weil er eine sportliche Herausforderung in einem neuen Umfeld suchte: «Wäre ich jetzt nach Davos zurückgekehrt, wäre ich wohl ewig dort geblieben.» Ambühl ist nicht der Einzige, der sich in Zürich neu orientiert. Cory Murphy, in der Saison 2005/06 zweitbester Skorer bei Fribourg, kehrt nach sechs Klubs in vier Jahren in die Schweiz zurück. Von ihm und Landsmann Westcott erhofft sich Salis mehr defensive Stabilität, ein verbessertes Überzahlspiel und ein schnelleres Umschalten von Verteidigung auf Angriff. «Das hat uns letzte Saison gefehlt. Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, das Mathias Seger auch diese Saison der beste Verteidiger der Liga ist.» Der Mann, der die Hoffnungen der Lions-Führung umsetzen soll, steht derweil im Mittelkreis und ist ein alter Bekannter: Colin Muller. Nach längerem Auswahlverfahren wurde der Kanadaschweizer, der zuletzt Sean Simpsons Assistent und davor Chefcoach in Freiburg und Rapperswil war, im Januar zum neuen Trainer der Lions gekürt. Es sei ein Vorteil, dass er das Team gut kenne, sagt er, «aber es ist auch klar, dass ich mehr Distanz zu den Spielern habe als früher». Mullers Lions sollen mit allen vier Blöcken ein hohes Tempo gehen, auf Linien mag er sich aber noch nicht festlegen. Klar ist dagegen, dass Blaine Down fest zum Kader gehört und Lukas Flüeler die Nummer 1 im Tor ist. «Im Moment», präzisiert Muller. Im Laufe der Saison soll Sulander den Schweizer Pass erhalten und damit den Konkurrenzkampf weiter anheizen. Kein Problem wird die Ausländerbeschränkung in den kommenden Wochen bei der European Trophy sein. Das Turnier, das sich über die gesamte Saisonvorbereitung zieht, bietet 18 Klubs aus 7 Ländern die Möglichkeit, wenigstens einen Funken Hoffnung auf eine künftige länderübergreifende Liga am Leben zu erhalten. «Da war es wichtig, dass wir dabei sind», erklärt Zahner, der CEO des einzigen Gewinners der Champions Hockey League. Testspiele ZSC Lions European Trophy. Mi, 11. 8. in Turku (Fi): TPS Turku (Fi) - ZSC Lions. – Fr, 13. 8. in Oulu (Fi): Kärpät Oulu (Fi) - ZSC Lions. – Sa, 14. 8. in Nokia (Fi): Tappara Tampere (Fi) - ZSC Lions. – Mi, 18. 8., KEBO Oerlikon: ZSC Lions - HV 71 (Sd). – Fr, 20. 8., KEBO: ZSC Lions - Frölunda (Sd). – Sa, 21. 8. in Bäretswil: ZSC Lions - Malmö IF (Sd). – Mi, 25. 8. in Zell am See (Ö): Red Bull Salzburg (Ö) - ZSC Lions. – Freitag, 27. 8., KEBO: ZSC Lions - SC Bern. Falls sich der ZSC unter den besten vier seiner Gruppe klassiert, spielt er am vom 3. bis zum 5. 9. das Finalturnier in Salzburg. Andernfalls sind Testspiele gegen die GCK Lions vorgesehen. Transfercoup: Andres Ambühl entschied sich bei seiner USA-Rückkehr für Zürich.

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