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Mit erhobenem Haupt verabschieden

Die NLA-Korbballer des TV Wil haben mit einer 10:11-Niederlage gegen Grindel ihre letzte Chance auf den Ligaerhalt verspielt. Daran änderte auch ihr vorheriger Achtungserfolg gegen Nunningen nichts.

Von Oliver Loga, Wil ZH Als die Schlusssirene ertönte, wurde es auf einmal gespenstisch ruhig. Wenige Augenblicke später durchbrachen jedoch die gut 50 Zuschauer mit einem warmen Applaus die Stille auf dem Schulgelände Landbüel in Wil. Es war der verdiente Lohn für den aufopferungsvollen Auftritt, den Wils Korbballer zuvor geboten hatten. «Wir wollten uns so teuer wie möglich verkaufen», sagte Spielertrainer Marco Heller nach der knappen 10:11-Niederlage. In seiner Stimme schwang eine leise, aber unüberhörbare Enttäuschung mit. Hellers Gemütslage war nach den 40 Minuten, die er zuvor gegen Grindel SO erlebt hatte, umso verständlicher. Es war eine Partie, die kaum einen Wunsch offenliess und jede Menge zu bieten hatte: Emotionen, gute Stimmung, Leidenschaft, Spannung und ein dramatisches Ende. Die Hausherren, die zuvor Nunningen SO mit 10:9 bezwungen hatten, schöpften dank ihres Erfolgserlebnisses neuen Mut. Entsprechend couragiert gingen die Unterländer gegen Grindel zu Werke. Immerhin hätten sie mit einem weiteren Sieg bis auf einen Punkt zu den Solothurnern und damit auf Nichtabstiegsplatz 9 aufschliessen können. Starker Leitwolf Angeführt von ihrem überragenden Spielertrainer Heller und nach vorne gepeitscht durch die unermüdlichen, lauten «Hopp Wil»-Anfeuerungsrufe, erspielte sich das NLA-Schlusslicht eine verdiente 7:5-Halbzeitführung. Vier Treffer steuerte alleine Heller bei, der den Ball beinahe aus jeder Lage im Korb versenkte. «Leider waren wir nach der Pause etwas zu nachlässig. Das wird in der Nationalliga A gnadenlos bestraft», stellte der Leitwolf danach nüchtern fest. Die Gäste präsentierten sich nach einer lautstarken und teilweise hitzigen Taktikbesprechung plötzlich hellwach und drehten auf. Sie glichen schnell auf 7:7 aus. Von da an stand die Begegnung auf des Messers Schneide. Das ständige Hin und Her zerrte auch an den Nerven von Grindel-Trainer Karl Borer. Er musste nach wiederholtem Reklamieren den Spielfeldrand verlassen. Sein süffisantes Abschiedswinken und die Nachfrage, ob er nun bis zu seinem Auto auf dem Parkplatz gehen müsse, sorgten aber noch für eine amüsante Note. Auf dem Rasen ging es dagegen verbissen und wenig humorvoll zu. Erst als der Regen einsetzte, konnten sich die Akteure aus dem Thierstein einen 2-Punkte-Vorsprung erspielen. Wil kam in der Folge noch einmal auf 10:11 heran und hatte nach einem verschossenen Freiwurf von Grindel Sekunden vor dem Ende sogar die Ausgleichschance. Doch der finale Wurf verfehlte sein Ziel. «Nun ist der Abstieg nicht mehr abzuwenden. Wir wollen uns aber mit Würde verabschieden», so Heller. Kurzes NLA-Abenteuer Dies ist bereits mit den ansprechenden Darbietungen der vergangenen Wochen gelungen. Immerhin haben die Wiler bei ihrer Premiere in der höchsten Schweizer Spielklasse auf Anhieb zwei Siege geholt, diverse Partien ausgeglichen gestaltet und mittlerweile sogar den letzten Platz an Büsserach-Erschwil abgegeben. «Es war ein grosses Abenteuer in der Nationalliga A», zieht Heller ein vorläufiges Fazit. Die Unterländer waren stets eine Lift-Mannschaft, die seit den Achtzigerjahren zwischen der NLB und der 1. Liga pendelte. Damals spielten noch andere Zürcher Vereine eine grosse Rolle im Korbball. Kloten, Volketswil und der zweifache Schweizer Meister Bachs haben sich aber längst aus dem Konzert der Grossen verabschiedet. «Die Begeisterung für Korbball war sicher schon grösser», sagt Heller. «Es ist bei einem immer vielfältigeren Freizeitangebot schwierig, Jugendliche für unseren Sport zu motivieren.» Immerhin hält Wil noch die Korbball-Fahne im Kanton hoch. Für die Mitglieder des Turnvereins sei diese Teamsportart eine willkommene Abwechslung und Ergänzung. Zudem mache es viel Spass, im Sommer draussen auf Rasen zu spielen, berichtet Heller. Dies sei im Vergleich zum grossen Bruder Basketball ein unschlagbarer Vorteil, ergänzt der Spielertrainer. Wil – hier setzt Robin Burri zum Wurf an – schlägt sich gegen Grindel gut, verliert aber knapp und steigt ab. Foto: Christoph Kaminski

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