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Mit einem Trick verwandeln die SBB alte Doppelstöcker in moderne

Dank neuen Zwischenwagen und einer Totalsanierung werden die 20-jährigen S-Bahn-Doppelstöcker zu modernen Zügen mit tiefem Einstieg und Klimaanlage.

Von Ruedi Baumann Zürich – Die ersten Doppelstöcker der Zürcher S-Bahn haben 1990 Geschichte geschrieben. Heute erfüllen sie die Anforderungen – behindertengerechte Einstiege und Klimaanlage – nicht mehr. Zudem haben sie noch immer ein Plumpsklo. Die SBB haben eine günstige Lösung gefunden, um für nur 624 Millionen Franken zu 113 modernen Einheiten (Lok und drei Wagen) zu kommen: Ein alter Wagen pro Komposition wird durch einen neuen Zwischenwagen ersetzt, der Niederflureinstiege, behindertengerechtes WC und Klimaanlage enthält. Zum Vergleich: 113 neue Züge würden mehr als doppelt so viel kosten. Die beiden verbleibenden Wagen jedes Zuges werden modernisiert, erhalten Aircondition, neue Polster, Bildschirme und Videoüberwachung. Weiterer Vorteil dieser Idee: Die 113 frei werdenden Wagen werden geringfügig modernisiert und bilden in Stosszeiten 16 Lok-bespannte Züge. Der nächste grosse Schritt erfolgt bereits im Sommer: die Auslieferung der 50 neuen, eleganten Doppelstöcker von Stadler Rail.Der erste der neuen Zwischenwagen ging gestern nach einer Zeremonie im HB Zürich in den fahrplanmässigen Betrieb. Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Zwischenwagen kaum von den 20 Jahre älteren. Hauptunterschied von aussen: Die tiefer gelegten Ausstiege. Die Türen sind gleichzeitig eine der raffiniertesten Neuerungen. Ein Ultraschallsensor misst die Distanz zum Perron, damit der Schiebetritt bis einen knappen Zentimeter an die Kante gefahren werden kann. Rollstühle und Kinderwagen rollen ruckfrei in den Zug. Kleiner Schönheitsfehler: Es gibt noch sechs grössere Bahnhöfe mit einer Perronkante, die nach wie vor 13 Zentimeter zu tief ist: Uster, Wetzikon, Dübendorf, Schwerzenbach, Dietikon und Bülach. Franz Kagerbauer, Chef des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), versprach, bei den SBB weiterhin Druck für eine Anpassung zu machen. In rund vier Jahren sollte es so weit sein. Mehr Steh-, weniger Sitzplätze Weitere Unterschiede der Zwischenwagen zu den alten: Sie haben statt 136 nur noch 98 Sitzplätze, dafür mehr Stehplätze, Griffe und Rückenpolster zum Anlehnen im Stehen. Das spart Zeit beim Aus- und Einsteigen. Acht fast identische neue Doppelstockwagen gehen auch bei der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn in Betrieb. Drei Unterschiede gibts trotzdem: Sie sind rot, haben keine WCs und werden zur Kapazitätssteigerung als Zusatzwagen statt als Zwischenwagen angehängt. ZVV-Chef Franz Kagerbauer vor dem neuen Zwischenwagen. Auffallend ist die tiefe Türe für Rollstühle. Foto: Doris Fanconi Video Die neuen WaggonsiPhone: Tagi-App auf TA+Mobile: SMS mit Text Plus an 4488

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