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Millionengewinn Steuereinnahmen sind unberechenbar

Bis ins Jahr 2012 muss der Klotener Gemeinderat einen Gestaltungsplan nach dem anderen durchwinken. Grund für die Eile sind neue Fluglärmkurven.

Zur Überraschung der Verantwortlichen wird die Stadt Kloten das Jahr 2010 mit einem massiven Plus von rund 16 Millionen Franken abschliessen. Dabei hatten sie nach der Wirtschaftskrise mit einem satten Minus gerechnet. Das Gesamtbudget beträgt knapp 140 Millionen Franken. Das positive Ergebnis sei auf unerwartet hohe Steuereinnahmen von juristischen Personen – also Unternehmen – zurückzuführen. Ausserdem habe ein Grundstücksverkauf viel Geld in die Kasse gespült. Ein einmaliger Effekt, wie der neue Finanzvorsteher Mark Wisskirchen in seinem ersten öffentlichen Auftritt festhielt. Er betrachte den hohen Anteil und die Abhängigkeit der Stadt von Unternehmenssteuern mit Sorge. Diese tragen rund jeden zweiten Franken zum Ertrag bei. Das Budget für 2011 sieht ein leichtes Minus von 2 Millionen Franken vor. Der Stadtrat rechnet mit höheren Kosten für die Standortplanung. Deswegen und weil er in den nächsten Jahren von höheren Investitionen und höheren Abgaben in den kantonalen Steuertopf ausgeht, schlägt er dem Gemeinderat vor, den Steuerfuss von 110 Prozent beizubehalten. Letztes Jahr hatte das Klotener Stadtparlament das Budget für 2010 noch zurückgewiesen, weil ein Steuerfuss von 115 Prozent beantragt worden war. (fca) Von Fahrettin Calislar Kloten – Die Klotener Stadtplaner haben es eilig. Ihr ambitioniertes Konzept sieht vor, so bald wie möglich eine ganze Reihe von Bauprojekten aufzulegen. Betroffen ist der Raum zwischen der Kreuzung Wilder Mann und dem Bahnhof. Die einzelnen Projekte müssen zuerst einen Gestaltungsplan erhalten. «Das Stadtzentrum soll aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden», ist laut Bereichsleiter Marc Osterwalder das Motto. Der Grund für die Eile sind Verzögerungen bei der Einführung der Bau- und Zonenordnung und die bisherige Rechtsunsicherheit im Zusammenhang mit der Fluglärmdiskussion. Der Gemeinderat muss bis 2012 den Gestaltungsplan genehmigen, sonst werden die Entwicklungsmöglichkeiten wegen neuer Lärmvorgaben im Zusammenhang mit Flugrouten gestoppt. Viel Wohnraum trotz Lärm Das Ziel sei, das Stadtzentrum aufzuwerten und möglichst viel Wohnraum zu schaffen, hielt Stadtpräsident René Huber fest. Daneben sind Nutzungen für Gewerbe und Einkauf angedacht. «Wir wollen einen Identifikationsort schaffen und städtebauliche Defizite verringern», erklärte Osterwalder, «es heisst heute, Kloten habe kein Gesicht.» Angedacht sind zurzeit fünf Bauprojekte: Bei der Kreuzung Wilder Mann entsteht eine Überbauung mit Wohnungen und Gewerbe. Der bestehende Square-Komplex wird ausgebaut. An der Bahnhofstrasse entsteht ein Stadtteil mit gemischter Nutzung, das eigentliche Herzstück der Strategie. Das in die Jahre gekommene Quartier Obstgarten wird saniert. Ums Bahnhofareal entstehet auf städtischem Land eine «Einkaufsachse». Der Beitrag der Stadt an die Planung wird auf 1,5 Millionen Franken geschätzt. Damit wird beispielsweise die Ausarbeitung der notwendigen Gestaltungspläne bezahlt. Für die Umsetzung schreiben Investoren verantwortlich. Der Vorteil des Vorgehens sei, dass die Stadt die Realisierung Privaten überlassen könne, erklärt Osterwalder. Der Nachteil: Wenn der Investor nicht will, steht alles still. In einem zweiten Schritt sieht der Stadtrat einen Kredit von 1,5 bis 2,5 Millionen Franken für die Realisierung von Projekten vor, die den öffentlichen Raum gestalten. Dieser Kredit wird dem Souverän separat vorgelegt. Weiter aufgeschoben wird der Bau des Stadtplatzes, der zuerst an der Urne, dann an fehlenden Geldmitteln gescheitert war. Er soll erst wieder in Angriff genommen werden, wenn die verschiedenen Bauprojekte abgeschlossen sind.

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