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Mehr Ordnung für die Tössegg

An gewissen Tagen verkommt die idyllische Ecke, wo die Töss in den Rhein mündet, zu einem Rummelplatz. Nun soll ein Konzept die verschiedenen Interessen unter einen Hut bringen.

Von Andrea Söldi Freienstein-Teufen – Es sind lediglich etwa zwanzig Tage im Jahr, an denen das Problem besteht. Aber an diesen wenigen Wochenendtagen im Sommer verwandelt sich die idyllische Auenlandschaft, wo die Töss in den Rhein fliesst, in einen regelrechten Jahrmarkt: Ausflügler reisen zumeist per Privatauto an, und wenn der Parkplatz voll ist, stellen sie ihre Wagen wild entlang der engen Zufahrtsstrasse ab. Auf den Wanderwegen geraten sich Spaziergänger, Biker und Reiter in die Quere, und eine WC-Anlage gibt es lediglich beim Restaurant. Gleichzeitig ist das Mündungsgebiet der Töss ein bedeutender Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Um diesen Nutzungskonflikt zu entschärfen, hat der Kanton zusammen mit der Gemeinde Freienstein-Teufen vor einem guten Jahr einen partizipativen Prozess in Gang gesetzt. In vier Workshops konnten rund 40 Nutzer, Grundeigentümer sowie Vertreter von Schutzverbänden und Behörden ihre Interessen einbringen. Nun liegt das Entwicklungskonzept «Zukunft Tössegg» vor. Mehr Parkplätze Eine der Kernmassnahmen betrifft die Erschliessung: Um den Autoverkehr einzudämmen, soll künftig an Wochenenden im Sommerhalbjahr ein Bus an die Tössegg hinunterfahren. Anstatt in Teufen nach einer Wartezeit zu wenden, wird die Linie 522 vom Bahnhof Embrach her auch das beliebte Ausflugsziel bedienen. Dies dürfte jedoch erst 2012 Realität werden, sagt Werner Lienhard, Gemeindepräsident von Freienstein-Teufen. Denn die Strasse müsse noch erweitert und mit Ausweichstellen versehen werden. Mit einer anderen Anordnung der Parkplätze sollen die bestehenden 42 zudem auf 58 Plätze aufgestockt werden; dazu kommen 42 beim Restaurant. An Spitzentagen will man nochmals 30 Reserveplätze zur Verfügung stellen sowie weitere oben an der Irchelstrasse. Parkierer müssen künftig bezahlen. Aufgehoben werden soll der private Campingplatz, den seit Jahren fest installierte Wohnwagen in Beschlag nehmen. «Dies widerspricht der Idee, dass der Erholungsort für alle zugänglich sein soll», begründet Projektleiter Christian Leisi vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft die Änderung. Ausserdem liege der Platz in einer Freihaltezone und sei nie bewilligt worden. «Es gibt nur eine Art Gewohnheitsrecht.» Das Anlegen der Schiffe am Steg ist derzeit nur möglich, weil das Geschiebe der Töss alle etwa 20 Jahre ausgebaggert wird. Dies steht jedoch im Widerspruch zum Ziel einer naturnahen Deltabildung und generiert Kosten. Die Kiesbänke würden wertvolle Laichgebiete für Fische abgeben. Deshalb soll eine Verlegung der Anlegestelle rheinaufwärts, oberhalb des Bootshauses, geprüft werden. Wasserbauliche Massnahmen sollen zudem dafür sorgen, dass die Töss ihr Geschiebe etwas weiter unten ablagert. Damit würde die Schifffahrtsrinne weniger beeinträchtigt. Weiter ist eine öffentliche Toilettenanlage geplant. Die Besenbeiz, die etwas rheinabwärts von einem privaten Anbieter betrieben wurde, soll aufgehoben werden. «An diesem Standort wollen wir mehr Ruhe haben», sagt Leisi. Ausserdem sei eine Besenbeiz nur bei einem Landwirtschaftsbetrieb zulässig. Als Ersatz kommt ein öffentlicher Rastplatz mit Tischen, Bänken und Feuerstelle weiter rheinabwärts infrage. Zauberhafte Herbststimmung an der Tössegg. An Sommerwochenenden ist es hier jedoch vorbei mit der Ruhe. Foto: David Baer

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