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Martin Graf will einen achten RegierungsratGraf will acht Regierungsräte

Der grüne Herausforderer Martin Graf lanciert den Regierungswahlkampf. Er ist gegen AKW und für eine stärkere Regierung.

Von Ruedi Baumann Zürich – Der 56-jährige grüne Stadtpräsident von Illnau-Effretikon wurde vor vier Jahren schon einmal als Regierungsrat gewählt, schied aber an achter Stelle hinter Rita Fuhrer als überzählig aus. Jetzt versucht er es nochmals. An einer Medienkonferenz präsentierte er ein 40-seitiges Büchlein mit Analysen, Zielen und Forderungen auf dem Weg zu einem «nachhaltigen Zürich 2020». Die «Wischiwaschi- und Fünfer-und-Weggli»-Politik der bürgerlichen Mehrheit in der Regierung habe ausgedient, sagte Martin Graf. Er fordert eine stärkere Regierung mit einer prononcierten grünen Stimme. Einer von knapp 100 Vorschlägen betrifft ein festes Regierungspräsidium für vier Jahre und einen achten Regierungsrat. Einem starken Staat diene auch der Ersatz der heutigen zwölf Bezirke durch fünf etwa gleich grosse regionale Aufsichtseinheiten (ohne Stadt Zürich) sowie Gemeindefusionen. Auch in der Energiepolitik hat Graf, von Beruf Ing. Agr. ETH, klare Vorstellungen: «Ein weiteres AKW kommt überhaupt nicht in Frage.» Die Axpo müsse vielmehr die Klumpenrisiken bei den fossilen und nuklearen Energien abstossen und die Verbindungen zu korrupten Staaten abbrechen. «Schaffen wir doch Arbeitsplätze in Zürich statt Konflikte im arabischen Raum», forderte er. Konkret schlägt er eine 2000-Watt-Gesellschaft, einen Quadratmeter Sonnenkollektoren pro Einwohner und 60 Prozent erneuerbare Energie am EKZ-Strommix vor. Klare Thesen hat Graf auch in der Migrationspolitik. Er spricht von einer verzerrten Wahrnehmung. Das Problem seien heute nicht die paar Hundert Sans-Papiers aus südlichen Ländern, sondern die Nordzuwanderungen, die im Zusammenhang mit Wirtschaftsförderung und Steuerwettbewerb bewusst angestrebt werde. Graf spricht sich weiter bei der Steuergesetzrevision gegen eine Entlastung der oberen Einkommen aus. Das Wahlkampfbudget der Grünen für Graf beträgt 90 000 Franken, weitere 50 000 will Graf über sein Komitee generieren.

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