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Mähdrescher standen am Wochenende im Dauereinsatz

Der Weizen ist reif. Mäh- drescher schnitten darum am Wochenende fast rund um die Uhr Korn.

Von Nicole Roos Oberland – «Unsere fünf Mähdrescher standen am Wochenende von Samstagnachmittag um 15 Uhr bis in die späte Nacht und am Sonntag von 10 bis 21 Uhr im Einsatz», sagt Ursula Rüegsegger von der gleichnamigen Landmaschinenfirma in Oetwil am See. «Wenn das Gewitter drei Stunden später gekommen wäre, hätten wir alle Aufträge erledigen können.» Wenn es geregnet habe, brauche der Weizen mindestens einen Tag, bis das Korn getrocknet sei. «Zurzeit gibt es aber auch Felder, die wir nicht dreschen können, weil der Boden zu weich ist.» Die tonnenschweren Maschinen würden zu viel Schaden verursachen. Der Richtpreis fürs Dreschen von einem Hektar Weizen beträgt 436 Franken. «Die ideale Erntezeit für Weizen wäre letzte Woche gewesen», sagt Andreas Rüsch vom Landwirtschaftlichen Kompetenzzentrum Strickhof in Lindau. Einige Weizenfelder, die noch nicht geerntet wurden, könnten nun in der feuchten Witterung «auswachsen». Das heisst, dass ein Teil der Stärke in den Körnern in Zucker umgewandelt wird. «Die Qualität für die Brotproduktion verschlechtert sich, und die Ernte kann nur noch für die Futterproduktion verwendet werden», so Rüsch. Dies drückt auf den Ertrag. Der Preis für Weizen sei sowieso auf einem historischen Tiefstand. Der Marktpreis für 100 Kilo Weizen in Topqualität betrage dieses Jahr voraussichtlich 49 Franken. Vor zehn Jahren sei es noch das Doppelte gewesen. Grund für den Preiszerfall ist unter anderem die Liberalisierung des Getreidemarktes. «Die Schweizer Getreidepreise orientieren sich heute am Weltmarkt.» Hoffen auf schönes Wetter Bei dem derzeit unsicheren Wetter lägen bei vielen Bauern die Nerven blank, weiss Ursula Rüegsegger. «Wenn ich sage, dass wir gegen Abend mit dem Mähdrescher kommen und um 18 Uhr noch nicht auf dem Feld sind, dann rufen die Bauern bereits an und erkundigen sich, wo wir bleiben.» Doch Rüegsegger hat für die Ungeduld Verständnis. Sie hofft nun, dass es eine längere Schönwetterperiode gibt. «Ab Freitag ist für 10 Tage schönes Wetter angekündigt.» Doch Rüegsegger verlässt sich nur bedingt auf diese Vorhersage: «Die kann sich auch wieder ändern.»

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