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Leerlauf und unnötige Hektik

Die Kloten Flyers entschieden in Langnau ein schwaches Spiel 3:1 für sich. Kimmo Rintanen erzielte zwei Shorthander.

Von Etienne Wuillemin, Langnau Das Spiel näherte sich der zweiten Pause und plätscherte ereignislos vor sich hin. Die Kloten Flyers lagen mit 2:0 in Front, ohne auch nur im Ansatz überzeugt zu haben. Die harmlosen SCL Tigers waren von A bis Z überfordert. 16 Sekunden vor der Sirene erreichte die Fehlerorgie der Langnauer ihren vorläufigen Höhepunkt. Reber schoss Santala an, dieser lancierte Rintanen, und der Finne fand sich alleine vor Tigers-Goalie Benjamin Conz wieder. Spätestens da schrieben sämtliche Langnau-Fans das Spiel gedanklich ab. Dasselbe muss wohl auch Rintanen getan haben. Nonchalant schob er den Puck am Tor vorbei. «Das Eis war schlecht, der Puck holperte. Ich hätte schiessen sollen, anstatt einen Trick zu versuchen», sagte Rintanen später. Die Strafe dafür folgte postwendend. Im Gegenzug, 2 Sekunden vor der Pause, erwischte Adrian Gerber Kloten-Torhüter Rüeger mit einem präzisen Handgelenkschuss. Statt 0:3 lagen die Tiger auf einmal nur noch 1:2 zurück. Plötzlich kehrte die Hoffnung in die Ilfishalle zurück. Plötzlich wurde ein Spiel noch einmal spannend, das schon entschieden schien. Im dritten Drittel wurde es dann prompt hektisch. Stancescu und DuPont ermöglichten den Tigers während 56 Sekunden eine doppelte Überzahl. Langnau-Trainer John Fust nahm sein Time-out – und tatsächlich: Kurz darauf lag der Puck hinter Rüeger. Der Langnauer Jubel verstummte indes schnell wieder. Schiedsrichter Koch erkannte auf dem Video, dass das Klotener Gehäuse schon vor dem Treffer aus den Angeln gehoben war. Das Tor zählte nicht, und nur 1 Minute später war das Spiel entschieden. Rintanen entwischte in Unterzahl und bezwang Conz diesmal sicher zum 3:1. Schon sein erstes Tor des Abends hatte der Finne in Unterzahl erzielt. Kimmo Rintanen avancierte so trotz seiner vergebenen Chance kurz vor Ende des Mitteldrittels zum Mann des Spiels. Dass er in seiner Karriere schon einmal zwei Shorthander in einem Spiel erzielt hatte, daran konnte sich Rintanen nach dem Spiel nicht erinnern. Vielleicht auch deshalb, weil er im dritten Drittel von einem Puck am Jochbein getroffen worden war. Die Interviews absolvierte Rintanen darum mit einem kühlenden Eisbeutel. Sein Fazit: «Mit der Leistung in der Defensive können wir zufrieden sein – offensiv müssen wir uns steigern.» Trainer Anders Eldebrink fiel nach dem Spiel vor allem ein Satz leicht: «Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Mannschaft schlecht spielt und trotzdem gewinnt.» Damit traf der Schwede den Nagel auf den Kopf. Kloten begann von Anfang an unkonzentriert. Das rächte sich nur nicht, weil Langnau selbst in doppelter Überzahl nichts zustande brachte. Eldebrink erklärte sich die fehlende Harmonie in den Blöcken auch mit den Absenzen von Jenni, Liniger und Bodenmann und sagte: «Das einzig Positive an diesem Abend ist der Sieg.» Dann hielt er inne und fügte an: «Schreibt, dass die Spiele gegen die Langnauer immer schwierig sind. Sie kämpfen bis zum Umfallen oder noch mehr.» Es war die einzige Qualität einer ansonsten schwachen Langnauer Mannschaft. SCL Tiger – Kloten Flyers 1:3 (0:1,1:1,0:1)Ilfis. – 4572 Zuschauer. – SR: Koch, Arm/Küng. – Tore: 19. Rintanen (Ausschluss Stancescu!) 0:1. 25. Bell (Du Bois, Stancescu) 0:2. 40. (38:58) Gerber (Murphy, Reber) 1:2. 48. Rintanen (Ausschluss Dupont!) 1:3. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, 7-mal 2 Minuten gegen die Kloten Flyers. SCL Tigers: Conz; Genazzi, Murphy; Reber, Kim Lindemann; Lardi, Lüthi; Flückiger; Claudio Moggi, Adrian Gerber, Sandro Moggi; Steiner, Camenzind, Helfenstein; Iggulden, Pelletier, Brooks; Bucher, Haas, Schild; Rexha.Kloten: Rüeger; Von Gunten, DuPont; Sidler, Du Bois; Welti, Winkler; Steiner, Schulthess; Rintanen, Santala, Bieber; Hollenstein, Lemm, Jacquemet; Stancescu, Kellenberger, Bell; Herren, Füglister, Walser.Bermerkungen: SCL Tigers ohne Aurelio Lemm (krank), Christian Moser, Simon Moser und Schilt, Kloten Flyers ohne Blum, Jenni, Liniger, Bodenmann und Hamr (alle verletzt). – 29. Pfostenschuss Pelletier. – 45:45. Time-out SCL Tigers. Schlecht gespielt und trotzdem gewonnen: Anders Eldebrink und die Kloten Flyers. Foto: Christian Pfander (EQ Images)

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