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Langer Leidensweg an die EM

Zwei Nachwuchsathleten vertreten den Verein Zürcher Wasserspringer ab heute an der EM in Serbien.

Von Deborah Bucher Vor zwei Monaten hätte Reto Hotz, der Verantwortliche des Deutschschweizer Regionalkaders unter dem Dach von Swiss Diving, keinen Moment gezögert. Seine Überzeugung wäre nahezu felsenfest gewesen, dass die erst 14-jährige Lara Schilling bei ihrer Feuertaufe an kontinentalen Junioren-Titelkämpfen über die Reife für den Finalvorstoss mit den Top 12 verfügt hätte. «Sie erfreute sich nach einer starken Vorbereitungsphase mit gesteigertem Trainingsumfang zu Beginn der Saison einer ausgezeichneten Form», versichert der Trainer. Bis Februar war sein talentierter Schützling bei allen Starts an internationalen Wettkämpfen in die Entscheidung involviert. In Genf am 6-Nationen-Cup eroberte Schilling die einzige Schweizer Medaille. Danach warf ein Zwischenfall die Zürcher Wasserspringerin aus der Balance. Die Sekundarschülerin aus Gockhausen, die seit 2009 die nationale Nachwuchsspitze mit sechs SM-Titeln unangefochten anführt und zuletzt auch bei der Elite zwei Podestplätze belegte, schlug sich den Kopf am Sprungbrett an. «Lara musste länger pausieren, büsste an Leistungsvermögen und an Selbstsicherheit ein», sagt Hotz. Deshalb tritt sie morgen Freitag (1 m) und am Samstag (3 m) im serbischen Belgrad unter erschwerten Bedingungen zur Junioren-EM an. «Ein Platz im Finalfeld der B-Jugend wäre für sie schon ein schöner Erfolg», nennt der Coach die angepasste Zielsetzung. Die Pechsträhne abgestreift Nicht nur zum Favoritenkreis, sondern zu den heissesten Medaillenanwärtern in der Disziplin Turmspringen (10 m) zählte Klubkollege Matthias Appenzeller vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft in Helsinki. Bis er sich einen Tag vor der Abreise den Fuss gebrochen hat. In der Folgesaison wären seine Chancen erneut aussichtsreich gewesen. Zwei Operationen, eine am Knie nach einem Kreuzbandriss, die andere am Ellbogen, vereitelten jedoch die Ambitionen. «Nach langer Anlaufzeit ist Matthias endlich an einer EM dabei», sagt Hotz. Der Kaderathlet aus Uitikon greift in der Kategorie der A-Jugend (16- bis 18-Jährige) an und peilt vom 1-m- wie vom 3-m-Brett eine Finalqualifikation an. Als Zweiter bei den offenen deutschen Meisterschaften in Berlin hat er kürzlich eine starke Empfehlung abgegeben. Appenzeller bringt dank kräftiger Statur ideale Voraussetzungen mit, seine Technik ist ebenfalls bereits weit entwickelt. «Dagegen muss er sich bei der Steuerung und der Eintauchphase ins Wasser steigern. Auch hat er Potenzial im mentalen Bereich und fällt manchmal zu schnell aus dem Konzept», weiss Hotz.

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