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Kritik am hohen Preis der Kinderbetreuung

Hombrechtikon bietet neu schulergänzende Betreuung an. Wegen geringer Nachfrage aber nur an zwei Tagen. Laut der SP ist das Angebot zu teuer.

Von Petra Schanz Hombrechtikon – Die Hombrechtiker Sozialdemokraten sorgen sich um die schulergänzende Betreuung Minimax. Bislang blieb die Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler nämlich unter den Erwartungen. Die Betreuungsstrukturen können deshalb momentan nur an zwei Tagen in der Woche angeboten werden. Für die SP ist klar: Das Bedürfnis nach familienergänzender Betreuung besteht auch in Hombrechtikon. Dies verdeutliche der grosse Erfolg der Kinderkrippe Farbtupf. Der Hauptgrund für die dürftige Belegung der Betreuungsangebote Minimax ist für die SP aber ebenfalls klar: «Das Angebot ist zu teuer», sagt Co-Parteipräsident Marco Geissbühler. Für untere und mittlere Einkommen seien die Tagesstrukturen kaum finanzierbar. Die SP hatte sich für die erste Variante der Tagesstrukturen ausgesprochen, welche dann aber von der Gemeindeversammlung abgelehnt worden war. Gemäss diesem gescheiterten Vorschlag hätte die Gemeinde einen Finanzierungsanteil von 50 Prozent am Betreuungsangebot übernommen, und die Eltern hätte bedeutend weniger bezahlen müssen. Nun finanziert die Gemeinde nur ein Drittel, dafür werden die Eltern stärker zur Kasse gebeten. Keine vollen Rabatte Für ein Kind, das an einem Tag sämtliche Module von Minimax benützt, bezahlen Eltern 70 Franken. Dieser Betrag setzt sich aus dem Modul Frühbetreuung (5 Franken), Mittagsbetreuung (30 Franken) sowie Nachmittagsbetreuung (35 Franken) zusammen. Für die Tagesstrukturen wurde zwar das finanzielle Ermässigungssystem gemäss Einkommen von der Kinderkrippe Farbtupf übernommen. Dieses sieht für finanziell schwächer gestellte bis zu 75 Prozent Rabatt vor. Bei Minimax kommt dieser allerdings nie vollumfänglich zum Tragen, weil die Mindestbeiträge relativ hoch angesetzt wurden, nämlich bei 40 Franken für einen ganzen Tag. Der höchste Rabatt, der einer einkommensschwachen Familie zuteil werden kann, ist 57 und nicht 75 Prozent. Für die SP zu wenig. Einige der Stimmbürger, die damals den ersten Vorschlag der Tagesstrukturen verworfen hatten, argumentierten damit, dass die Gemeinde Hombrechtikon sparen müsse und kein Geld habe, teure Tagesstrukturen zu finanzieren. Ausweichen in andere Dörfer? «Diese Strategie geht nicht auf», findet der SP-Parteipräsident. Wenn Minimax weiterhin so schlecht besucht bleibe, werde von konservativer Seite sicher bald der Ruf nach dessen Abschaffung laut, befürchtet Geissbühler. Dann müsste Hombrechtikon aber Betreuungsangebote in anderen Gemeinden finden, denn das neue Volksschulgesetz verpflichtet zu einem Angebot. «Das würde aber noch viel teurer», glaubt Geissbühler. Ganz so pessimistisch sieht es die Schulpräsidentin Christine Wight (FDP) nicht. Sie gibt der SP zwar Recht, dass das Angebot relativ teuer sei. «Wir sind aber zuversichtlich, dass noch mehr Kinder das Angebot nutzen werden.» Auch die Kinderkrippe Farbtupf und das Angebot Mittagstisch, den es schon länger gebe, seien nicht von Anfang an voll besetzt gewesen. «Das ist der natürliche Lauf der Dinge.» Ziel bleibt tägliches Angebot Minimax gebe es erst seit sieben Wochen, es müsse erst Bekanntheit erlangen, sagt Wight. Der Mittagstisch laufe trotz höherer Preise gleich gut weiter wie vorher. Natürlich sei das Ziel, irgendwann alle Module täglich anbieten zu können. Sobald es für ein Modul genügend Anmeldungen gäbe, lasse man es laufen. «Das ist der natürliche Lauf der Dinge: Am Anfang sind solche Angebote meist nicht voll ausgelastet.» Christine Wight, Schulpräsidentin (FDP)

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