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Kinobar Orion vor dem Aus

Die Zukunft des Kinos Orion in Dübendorf ist ungewiss. Wegen Unstimmigkeiten schliesst nach dem Kino nun auch die Kinobar ihre Tore.

Von Jennifer Steiner Dübendorf – «Ich kam mit der hehren Absicht nach Dübendorf, aus diesem genialen Saal etwas Tolles aufzubauen», betont Sherry Weidmann. Im Juli letzten Jahres übernahm er als neuer Betreiber das Kino Orion und baute das Foyer des Kinos in eine Bar mit Lounge um. Der Enthusiasmus war gross, auch Umbaupläne für den Kinosaal schwebten dem Juristen und Unternehmer vor (der TA berichtete). Die Freude ist inzwischen in Ärger umgeschlagen in den vergangenen Monaten. Nun hat der Besitzer, Paul Attinger, den Mietvertrag mit Weidmann auslaufen lassen. Er habe Mühe mit Weidmanns Geschäftsgebaren gehabt und deshalb den Vertrag nicht mehr verlängert, erklärte Attinger gegenüber dem «Glattaler». So würden sowohl Kino als auch die Bar vorläufig geschlossen bleiben. Am 31. Oktober ist Schluss «Als unabhängiger Unternehmer habe ich das Recht, einen Betrieb aufzumachen und auch wieder zu schliessen», heisst es derweil von Seite Weidmanns. Die Zukunft des Kinos Orion steht somit in den Sternen. Bereits vor einem Monat flimmerte der letzte Film über die Leinwand. Per 31. Oktober schliesst auch die Kino-Bar die Tore. Weidmann macht deutlich: Er habe schlicht keine Lust mehr gehabt, so weiterzumachen. Schon seit längerer Zeit liegen sich der Dübendorfer, der Eigentümer sowie der alte Betreiber, Georges Frey, in den Haaren. Ursprünglich war geplant, dass Frey sich weiterhin um den Kinobetrieb kümmert, Weidmann vornehmlich um die Kinobar. Das hat so aber nicht geklappt. Als Konsequenz kehrte Frey dem Kino am 1. Oktober nach 20 Jahren den Rücken, führt jedoch nach eigenen Angaben das Open-Air-Kino im Wohnland und das etablierte Mitte-Woche-Theater weiter. Mit dem Eigentümer war sich Sherry Weidmann in baurechtlichen Fragen uneinig. Dieser sprach sich gegen Neuinvestitionen aus, die Weidmann für nötig hielt. «Mit dem Verlust des Kinos ginge in Dübendorf etwas verloren», sagt er. «Es müsste schon jemand mit viel Geld und Herzblut kommen, um die Zukunft des Kinos zu sichern.» Kinosaal vielfältig nutzen Dieses Herzblut schienen einige Dübendorfer im Sommer 2009 mitzubringen. Ein Projektteam mit Anita Irniger als Leiterin wollte mithilfe eines Vereins den Kinosaal mit einer vielfältigen Nutzung weiterführen. Zur Gründung des Vereins ist es aber nie gekommen, der damalige Betreiber, Georges Frey, war an einer Kooperation nicht interessiert. Sie habe viel Zeit in das Projekt investiert, bevor ihr die Sache schliesslich vor der Nase weggeschnappt worden sei, erzählt Irniger. Nun wolle Sie selber das Projekt nicht mehr weiterverfolgen. «Das Interesse in Dübendorf ist aber vorhanden. Es gibt eine Gruppe von Leuten, die sich für das Orion einsetzen würden», ist sie überzeugt. «Denn eine Stadt wie Dübendorf hat das Anrecht auf ein Kino.»

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