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Kein Tram ohne Alternative für Autos

Mitte-rechts-Parteien lehnen sowohl Initiative wie auch Gegenvorschlag zum Rosengarten-Tram ab. Beide seien autofeindlich.

Samira Zingaro In einem Punkt sind sich alle einig. Das Verkehrsproblem auf der Rosengartenstrasse, einer der höchstbelasteten Strassen der Schweiz, muss gelöst werden. An der Art und Weise scheiden sich jedoch die Geister. Am 28. November befindet das Stadtzürcher Stimmvolk über zwei Vorlagen zum «Rosengarten-Tram». Die Initiative der IG Westtangente plus beantragt einen 31-Millionen-Franken-Kredit für die Projektierung der Tramlinie zwischen Milchbuck und Albisriederplatz. Der Gegenvorschlag des Gemeinderates hingegen verlangt 5,4 Millionen Franken für ein Tramvorprojekt. Weitere 4 Millionen Franken sollen in einen verbesserten Busbetrieb sowie in den Schutz der Quartiere vor Schleichverkehr investiert werden. Der Stadtrat lehnt beide Varianten ab. Nun rüstet sich auch ein überparteiliches Komitee – vorwiegend aus Bürgerlichen und Gewerbetreibenden – gegen die zwei Tramvorlagen. Vor den Medien haben die Vertreter gestern die Gründe für ein doppeltes Nein dargelegt. Das Auto als «Zielscheibe» Das Komitee wirft den Initianten und der rot-grünen Mehrheit des Gemeinderats «ideologisch getriebene Verdrängungspolitik» vor. Es stört sich insbesondere daran, dass auf der Rosengartenstrasse zugunsten des Trams zwei Fahrspuren gestrichen würden. Dass die Initianten von Anfang an Autos ausschliessen, nennt Michael Baumer, Gemeinderat und Präsident der städtischen FDP, ein «Denkverbot». Dabei brauche es Alternativen für jene Verkehrsteilnehmer, die nicht auf den öffentlichen Verkehr umsteigen werden. Für Bruno Amacker, SVP-Gemeinderat, ist das Auto die eigentliche Zielscheibe der Initiative. «Ein guter öffentlicher Verkehr braucht den Individualverkehr.» Die beiden Tramvarianten hingegen würden die Autos in die Quartierstrassen verdrängen. Laut CVP-Gemeinderat Urs Rechsteiner führten bei ähnlichen Grossprojekten immer Kompromisse zum Ziel und nicht radikale Alleingänge. Das Nein-Komitee erinnerte daran, dass Stimmen aus dem Kanton bereits gedroht haben, der Stadt die Planungshoheit über die wichtige Verkehrsachse zu entziehen. Kommt es zur Stichfrage, würde sich das Komitee wohl oder übel für den Gegenvorschlag aussprechen. Baumer: «Der kostet weniger.»

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