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«Junge Patienten werden kürzer im Spital bleiben»

Die Zahl der Patienten im Spital Männedorf wächst und wächst – im letzten Jahr um 5 Prozent auf fast 37 000. Spitaldirektor Baumgartner sagt, wie er darauf reagiert.

Nachgefragt Mit Ralph Baumgartnersprach Daniel Fritzsche Herr Baumgartner, letztes Jahr hat das Spital Männedorf erneut mehr Patienten betreut als im Vorjahr. Wie weit kann es noch wachsen? Wir haben uns kein konkretes Ziel gesetzt. Für die nächsten Jahre rechnen wir aber mit einer weiteren Steigerung der Patientenzahlen. Das hat mit der demografischen Entwicklung zu tun, gerade auch in unserer Region. Am rechten Zürichseeufer wohnen überdurchschnittlich viele ältere Personen, die an unterschiedlichen Erkrankungen leiden und vermehrt auf unsere Leistungen angewiesen sind. Gerät das Spital durch diesen demografischen Wandel früher oder später nicht in einen Engpass? Wir rechnen damit, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer unserer jüngeren Patienten im Spital künftig verkürzt wird. Die der älteren wird in etwa stagnieren oder nur leicht zunehmen. Dadurch hoffen wir, das Wachstum in den Griff zu bekommen und eine Bettenknappheit zu verhindern. Wie möchten Sie die Aufenthaltsdauer bei den Jüngeren reduzieren? Die Medizin hat in den letzten Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht. Dank neuer, minimalinvasiver Chirurgie müssen wir Patienten nicht mehr gleich lange stationär behandeln wie früher. Viele Behandlungen können wir heute ambulant durchführen. So zum Beispiel die Chemotherapie. Ich denke, dass diese Entwicklung sich fortsetzen wird. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat sich letztes Jahr aber sogar leicht erhöht, von 6,52 auf 6,57 Tage. Dabei handelt es sich um einen marginalen Anstieg. Im Vergleich zu anderen Spitälern ist unsere durchschnittliche Aufenthaltsdauer relativ tief. Wie beurteilen Sie das Geschäftsjahr insgesamt? 2010 war für uns ein gutes, aber intensives Jahr. Zwar konnten wir erneut mehr Patienten behandeln. Dafür war die Auslastung enorm unterschiedlich. Das hat uns grosse Flexibilität abverlangt. Wie meinen Sie das? Wir haben ein ausgeprägtes Sommerloch erlebt. In den Monaten Juli und August lief derart wenig, dass wir bis zu drei Stationen schliessen mussten. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Dann gab es wieder Zeiten, in denen alles drunter unter drüber ging. Ich erinnere mich an einen Tag, an dem wir zwölf Personen in der Notfallstation hatten und kein Bett mehr übrig. Was können Sie in Zukunft gegen solche Unregelmässigkeiten unternehmen? Wir probieren, das Problem abzufedern, indem wir Wahleingriffe vermehrt auch in den Sommermonaten terminieren.

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