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In Winterthur für Kompromiss offen — in Zürich nicht Winterthur gibt beim Langsamverkehr mehr Gas als Zürich

Die Umweltorganisation Umverkehr zieht ihre Städte-Initiative in Winterthur wohl zurück. In Zürich nicht: Weil ein guter Gegenvorschlag fehlt.

Von Stefan Häne Zürich/Winterthur – Beide Städte ächzen unter der Verkehrslast, die sie zu tragen haben. In beiden Städten regiert eine rot-grüne Mehrheit, die das Problem anerkannt hat und lösen will. Trotz diesen Parallelen ereilt die Städte-Initiative der Umweltorganisation Umverkehr in Zürich und Winterthur wohl nicht dasselbe Schicksal. In Winterthur erwägt Umverkehr einen Rückzug, weil es im Gegensatz zu Zürich einen «griffigen» Gegenvorschlag des Stadt- und Gemeinderats gibt, wie Kampagnenleiterin Marianne Gehring sagt. Den definitiven Entscheid wird das Initiativkomitee demnächst fällen. Der Gegenvorschlag, der eine Richtplanergänzung nötig macht, will bis 2025 den Anteil des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs von 60 Prozent um 8 Prozentpunkte erhöhen. Die Initiative fordert demgegenüber eine Steigerung um 10 Prozentpunkte. Was in Basel und Luzern möglich war, soll nun auch in Winterthur geschehen: Umverkehr reicht Hand zum Kompromiss. Ihre Initiative zieht die Umweltorganisation jedoch nur zurück, falls gegen den Gegenvorschlag weder die SVP noch sonst jemand das Referendum ergreift. Ist dies der Fall, tritt der Gegenvorschlag automatisch in Kraft. Ansonsten fände eine Volksabstimmung im November statt. Das Winterthurer Parlament steht hinter der Initiative und dem Gegenvorschlag. Auch in der Stadt Zürich liegt ein Gegenvorschlag vor. «Diesem fehlt jedoch ein ausformuliertes Reduktionsziel», kritisiert Gehring. In Zürich soll gemäss Umverkehr innerhalb von zehn Jahren der prozentuale Anteil des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen in der Stadt steigen, von 64 Prozent auf 74, unter anderem dank Fahrplanverdichtungen beim ÖV und mehr Velowegen. Gleichzeitig soll der Anteil des motorisierten Individualverkehrs auf 26 Prozent sinken, ein Ausbau des Strassennetzes wäre tabu. Initiative ist Genner zu forsch Das Stadtzürcher Parlament befürwortet die Initiative und den Gegenvorschlag – nicht so der Stadtrat. Die federführende Tiefbauvorsteherin Ruth Genner (Grüne) hält Ziel und das Tempo, das die Initiative vorgibt, für zu ambitiös. Der Stadtrat empfiehlt dem Gemeinderat daher, das Ansinnen zu verwerfen und als Gegenvorschlag dessen Kernanliegen – die Förderung des ÖV und Langsamverkehrs – in der Gemeindeordnung explizit zu verankern. Gehring entgegnet, dies sei bereits geschehen, und verweist auf die 2000-Watt-Gesellschaft, zu der die Stadtzürcher 2008 Ja gesagt haben. Ihre Kritik an Genner verpackt sie in ein Lob für deren Pendant in Winterthur, Bauvorsteherin Pearl Pedergnana (SP): «Sie ist viel progressiver.» Die Stadtzürcher stimmen über die Städte-Initiative voraussichtlich am 4. September ab. Der Kanton Genf hat dies am letzten Wochenende getan: Er hat die Initiative angenommen, mit 50,3 Prozent äusserst knapp. «Winterthurs Bauvorsteherin Pearl Pedergnana ist viel progressiver als Ruth Genner.» Marianne Gehring, Umverkehr

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