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In Welten aus Holz, Wasser und Steinen spielen

Natürliche Materialien und Sicherheitsvorkehrungen prägen heutige Spielplätze. So auch in Steinmaur und Winkel, wo neue gebaut wurden. Die Kinder sind begeistert.

Von Andrea Söldi Steinmaur/Winkel – Die Versuchung war in den letzten Wochen gross, über den Zaun zu steigen und die Spielgeräte auszuprobieren. Doch erst seit dem Wochenende ist das Klettern, Schaukeln und Rutschen auf dem neuen Spielplatz in Steinmaur erlaubt: Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete die reformierte Kirche Steinmaur-Neerach ihren neuen Kinderspielplatz namens Arche Noah neben dem Kirchgemeindehaus. Wie einst der biblische Noah liess man eine Taube fliegen, die sogleich davonflog und nicht mehr zurückkehrte. In der biblischen Geschichte deutete dies darauf hin, dass sie Land gefunden hatte und die Flut langsam zurückging. In Steinmaur nahmen die Kinder das Davonfliegen der Taube als Zeichen, dass sie ihren neuen Spielplatz endlich in Beschlag nehmen durften. «Sändele und göötsche» Auf dem malerisch gelegenen Gelände finden Kinder schiffartig angeordnete Geräte, auf denen sie nach Herzenslust herumklettern können. Ein Sandhaufen mit Brunnen lädt zum Wühlen und Graben ein – eine grosse Schaukel zum Herumtoben. Auf einem Barfussweg, der mit verschiedenen Materialien ausgelegt ist, können sinnliche Erfahrungen gemacht werden. Steinmaur sei bisher nur spärlich ausgerüstet gewesen mit Spielplätzen, sagt die Diakonin Tanja Wyser. Den Hauptanteil der Kosten von rund 95 000 Franken übernahm die Kirchgemeinde, 15 000 Franken steuerte die Politische Gemeinde bei. «Wir mussten bei den Behörden Überzeugungsarbeit leisten», sagt die Diakonin. Der Kirche sei es wichtig gewesen, den jüngsten Dorfbewohnern etwas zu bieten. Sicherheitsmässig sei der Spielplatz auf höchstem Niveau, versichert Tanja Wyser. Der Spielplatzbauer sei selber Sicherheitsexperte. Mit dem an der Eröffnungsfeier gesammelten Geld wollen die Verantwortlichen noch ein Sonnensegel anschaffen, das über den Sandhaufen gespannt wird. Gemäss den neuen Sicherheitsrichtlinien, die den EU-Normen entsprechen, sorgt eine tiefe Schicht aus Rindenschnitzeln unter den Klettergeräten dafür, dass eventuelle Stürze glimpflich verlaufen. Im Bereich des Fallschutzes steht auch die Rutschbahn, die heutzutage nicht mehr einfach auf einer Wiese stehen darf wie früher üblich. Unfälle passieren immer wieder Andreas Hochstrasser aus Buchs ist ein Experte in Sachen Spielplatzsicherheit. Als Stadtzürcher Sicherheitsbeauftragter prüfte er etwa, ob die Kettenglieder der Schaukeln nicht zu gross sind, damit kein Kind die Finger hineinstecken kann. «Unfälle passieren immer wieder auf Spielplätzen, aber es darf nicht sein, dass Gliedmassen abgetrennt werden oder sich ein Kind stranguliert.» Wichtig sei auch, dass Spielplätze nach dem Bau von Sicherheitsexperten abgenommen werden. Man könne sich nicht einfach auf die Gerätehersteller verlassen. «Auch der Architekt oder der Gartenbauer kann viel falsch machen.» Absolute Sicherheit gebe es aber nie auf einem Spielplatz, relativiert Hochstrasser: «Es ist wichtig, dass Kinder herumtoben können, und dabei können Unfälle passieren.» Natürliche Materialien in Winkel Spielplätze haben sich in den letzten Jahren nicht nur wegen der Sicherheitsstandards verändert. Der aktuelle Trend geht in Richtung natürliche Formen und Materialien. Diesem Prinzip folgt auch die neue Spielanlage auf dem Pausenplatz des Schulhauses Hungerbühl in Winkel. Auch er ist erst kürzlich eingeweiht worden. Klettertürme aus Holz mit gespannten Seilen und Netzen dazwischen, Hängematten, auf denen mehrere Kinder zusammen schaukeln können. Auf der Wiese wurden lauschige Weidenhäuschen mit Tunnels zum Durchkriechen aufgebaut sowie eine Art Vogelnest aus Ästen, dazwischen ein Bachbeet angelegt. Ein langer Barfussweg mit Ästen, Blättern und Steinen stimuliert die taktilen Sinne. Da möchte man am liebsten nochmals Kind sein. Auf dem neuen Spielplatz von Steinmaur dominieren Elemente aus Holz. Foto: Christoph Kaminski

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