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Im Rhein versenkte Parkbank wird teuer

Zwei junge Bülacher haben Autos und Fensterscheiben zerstört. Jetzt müssen sie Bussen zahlen.

Von Attila Szenogrady Eglisau &endash Zwei Rädelsführer aus Bülach haben mit anderen Jugendlichen aus reiner Langeweile in der Region Autos beschädigt, Fensterscheiben zertrümmert und in Eglisau eine Parkbank im Rhein versenkt. Es war im Frühjahr 2008, als die Gruppe mit Äpfeln und Steinen durch die Strassen zog, wahllos die Fenster von Liegenschaften einwarf und parkierte Personenwagen beschädigte, indem sie die Seitenspiegel abbrach oder die Scheiben einschlug. Eier als Munition geklaut In Winkel klauten die beiden Rädelsführer auch noch Eier &endash nicht um diese zu verzehren. Die Täter erklärten später vor Gericht, was sie mit ihrer Beute vorhatten: Mit den rohen Eiern hätten sie sich Munition verschafft, um Hauswände zu bewerfen. Als die 18-jährigen Jugendlichen im Mai 2008 aufflogen, hatten sie bei ihren Streifzügen bereits einen Sachschaden von rund 40 000 Franken angerichtet. Bedingte Geldstrafen Im Dezember 2010 standen die beiden führenden Köpfe der Gruppe vor dem Bezirksgericht Bülach. Dieses verurteilte sie wegen mehrfacher Sachbeschädigung und geringfügigen Diebstahls zu bedingten Geldstrafen von 270 Tagessätzen zu 50 Franken sowie 240 Tagessätzen zu 30 Franken. Zudem kassierten sie Bussen von 1000 sowie 500 Franken. Die höhere Strafe hatte ein Logistiker erhalten. Er wurde zusätzlich wegen eines groben Verkehrsdelikts belangt. Denn er war am 20. Dezember 2007 in Embrach mit einem Personenwagen verkehrt herum um einen Kreisel gefahren. Obwohl die Angeklagten zahlreiche Taten zugegeben hatten, zogen die Verteidiger das Urteil vor das Zürcher Obergericht und forderten aus formellen Gründen umfassende Freisprüche. Die beiden Anwälte machten geltend, die Staatsanwaltschaft habe das Anklageprinzip verletzt. So habe diese die Tatbeiträge der Beschuldigten zu wenig konkret geschildert. Das Obergericht hat nun das Urteil der Bülacher Richter einstimmig bestätigt. Der Gerichtsvorsitzende Christoph Spiess sprach von Seriendelikten, an denen die ganze Gruppe beteiligt gewesen sei. Daher sei unwichtig, wer welchen Stein geworfen habe. Hoher Schadenersatz Schliesslich werteten die Oberrichter die Taten aber eher als Nachtbubenstreiche denn als schwere Delinquenz. Deshalb senkten die Oberrichter die Strafen der beiden Bülacher jetzt auf neu 180 Tagessätze zu 50 Franken sowie auf 150 Tagessätze zu 30 Franken bedingt. Hinzu kamen noch Bussen von 1000 Franken sowie 300 Franken. Da die Geschädigten hohen Schadenersatz von den beiden Tätern einfordern, kommen die Streiche die Jugendlichen teuer zu stehen.

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