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Im Lädeli auf Rädern steckt viel Kreativität

Die Väter des Eglisauer Velokiosks erhalten einen Erfinderpreis. Ein Hilfsmotor macht das Gefährt jetzt noch mobiler.

Von Michael Weber Eglisau – Freudestrahlend steht Shasta Aardema neben dem Velokiosk. Der Angestellte des Restaurants Hirschen tätigt die letzten Vorbereitungen für die kommende Sommer- und Badesaison. «Wir haben das Gefährt über die Winterpause mit einem kleinen Elektromotor versehen», sagt Aardema stolz. Nun fahre es 15 Kilometer pro Stunde schnell. Den kleinen Helfer wirklich in Gebrauch nehmen werden die verschiedenen Fahrerinnen des Velokiosks aber selten. Denn er ist nur als Antrieb für steile Strecken gedacht. «Für den flachen Weg zwischen dem Schiffsanlegesteg und der Badi werden sie ihn aber sicher nicht anstellen», sagt Aardema. Da müssen die Verkäuferinnen weiterhin selber in die Pedale des schweren Gefährts treten, an dem vorne eine Tiefkühlbox und hinten ein Kühlschrank angebaut ist. Neben zahlreichen Glaces haben sie auch Pommes-Chips, Vogelnäschtli, Biberli und rund 100 PET-Fläschli für Hungrige und Durstige im Gepäck. Highlight sind aber die 30 Zentimeter langen Sandwiches, die immer frisch in der Küche des Hirschen produziert werden.Und beim Hirschen steht auch die Garage des auffälligen Vehikels. Hier finden die Verkäuferinnen in zahlreichen Kühlschränken und Eisfächern Nachschub für den Velokiosk. So müssen die mobilen Truhen die Ware nur noch kalt halten und nicht runterkühlen. «Das ist viel ökologischer, und die Cola bleibt länger eiskalt», sagt Aardema.Aus der Zeitung erfuhren auch die Mitglieder der Jury von Idee Suisse (siehe Kasten) vom Velokiosk und nominierten ihn für den «Creativity Award». Und er gewann. Dabei schien vor wenigen Jahren noch undenkbar, dass Eglisau nun bereits in der zweiten Saison einen Kiosk im Städtli haben würde. Ein fest installiertes Kioskhäuschen kam mehrfach nicht zustande. Anwohner fürchteten zusätzlichen Abfall und Lärm. Drei zogen an einem Strick «Da kamen mir die Velokioske, die ich in Lugano sah, in den Sinn», erinnert sich Hans Alder. Der Inhaber des Sportegge stellte seine Idee dem Ortsverein «Viva Eglisau» vor. Und dieser war Feuer und Flamme, entwickelte das Konzept weiter, holte die Bewilligung der Gemeinde ein und suchte einen Betreiber. Der Gasthof Hirschen setzte die Idee in die Tat um – und so gondelte im vergangenen Sommer der selbst gebaute Velo-kiosk dem Rheinufer entlang. Übermorgen Freitag erhalten Rolf Glaus von Viva Eglisau, Shasta Aardema vom Hirschen und Hans Alder als Erfinder den nicht mit einem Geldpreis verbundenen «Golden Creativity Award 2011». Alder freut sich auch für die Gemeinde über die Ehre: «Es ist schön, dass Eglisau wieder einmal mit positiven Schlagzeilen in der Zeitung ist.» Hans Alder (l.) und Shasta Aardema freuen sich, dass der Velokiosk auch diesen Sommer am Rheinufer unterwegs ist. Foto: maw

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