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Hundehalterin wegen Unfall an der Lägern vor dem Richter

Die 83-Jährige sagt, ihre Hunde hätten nichts mit den Verletzungen eines Joggers zu tun. Doch ein Zeuge hat es anders gesehen.

Von Fabian Boller Boppelsen/Regensberg – Zwei Hofhunde sollen schuld sein am schweren Unfall eines Joggers, der sich im Juni 2009 zwischen Boppelsen und Regensberg ereignet hat. So zumindest hat es ein Zeuge gesehen. Gegenüber der Polizei sagte er aus, die Hunde eines direkt an der Strasse gelegenen Hofes seien bellend auf den Jogger losgerannt, woraufhin dieser gestürzt sei. Die Bewohner des Hofes hätten den Jogger kommen sehen und vergebens versucht, die beiden Mischlinge zurückzurufen, als diese losgerannt seien, sagt der Zeuge. Elsbeth Rauch*, die Halterin der Hunde, hat die Szene anders in Erinnerung. Ihre Version erzählte die 83-Jährige gestern vor dem Bezirksgericht in Dielsdorf, wo sie sich verantworten musste. Sie hätte ihre Tiere besser beaufsichtigen sollen, so der Vorwurf.Rauch erzählte, ihr Mann und ihr Sohn hätten an jenem Tag auf der Strasse vor ihrem Hof den blutüberströmten Jogger entdeckt. «Er war wohl wegen eines Schwächeanfalls zusammengebrochen – schliesslich hatte er nichts zu essen und zu trinken dabei», gab sie zu Protokoll. Jogger weiss von nichts mehr Die Crux des Falles ist: Der Verunfallte selber kann sich nicht mehr an den Vorfall erinnern, so schwer waren seine Verletzungen. Er war ins Spital geflogen worden, wo nicht nur ein Felsen- und Schläfenbeinbruch, ein Bruch der Kieferpfanne, diverse Prellungen und eine leichte Schwerhörigkeit diagnostiziert wurden, sondern auch eine lebensgefährliche Schädel-Hirn-Verletzung. Trotz des Gedächtnisverlusts ist der Jogger heute ebenfalls überzeugt, dass die Hunde schuld sind. «Es gibt für mich keine andere Erklärung, und aufgrund der Zeugenaussagen passt alles zusammen», sagt er. Ausserdem sei er nach dem Unfall gemeinsam mit der Polizei noch einmal zum Hof zurückgekehrt. Sie hätten beide erst aus dem Auto aussteigen können, als jemand vom Hof die Hunde zurückgehalten habe. Tiere mit einem schlechten Ruf Dass die Tiere in einem schlechten Ruf stehen, wurde bald nach dem Unfall klar. Die Polizei war zunächst von einer Kollision mit einem Fahrzeug und einer Fahrerflucht ausgegangen. «Die Spuren deuten darauf hin», hatte Mediensprecher Stefan Oberlin damals gesagt. Die Bewohner des Bauernhofes zeigten sich gegenüber den Medien geschockt. «Es ist einfach nicht schön, dass so etwas auf unseren Strassen passiert», sagte der Mann der Angeklagten damals. Doch dann wendete sich das Blatt. Gleich mehrere Leute meldeten sich bei der Polizei und auch bei der Lokalpresse und sagten, die Hunde des besagten Bauernhofes würden jeweils kläffend auf die Strasse rennen, wenn Fussgänger und Radfahrer vorbeikämen. Konfrontiert mit diesem Vorwurf, sagte die Angeklagte damals, die Hunde seien tatsächlich bellend auf die Strasse gerannt, dies aber erst, als der Jogger bereits verletzt am Boden gelegen sei. Bei dieser Darstellung blieb sie auch gestern vor Gericht. Der Richter wird sein Urteil in den nächsten Tagen eröffnen. Folgt er dem Antrag der Staatsanwaltschaft, wird Rauch zu einer bedingten Geldstrafe von 1200 Franken und einer Busse von 300 Franken verurteilt. Der Verteidiger dagegen fordert einen Freispruch. * Name von der Redaktion geändert.

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