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Horgnerinnen aus 50 Ländern lassen sich im Schinzenhof ausstellen

Sie flüchteten nach Horgen oder kamen wegen des schönen Sees: Das Frauenforum Horgen zeigt in einer Fotoausstellung Porträts von Horgnerinnen fremder Herkunft und zeigt wie vielfältig die Gemeinde ist.

Von Ueli Zoss Horgen – Menschen aus 109 Nationen sind in der Gemeinde Horgen zu Hause. Das Frauenforum hatte sich zum Ziel gesetzt, je eine Horgnerin aus jedem dieser Länder zu porträtieren. Immerhin sind es nun knapp halb so viele Aufnahmen geworden, die bis zum 19. Juni in der Schaufensterfront des Gemeindesaals ausgestellt sind. Unter den Bildern stehen kurze Zitate, die verraten, was die porträtierten Frauen über Horgen denken. Die Neuzuzügerinnen haben sich aus verschiedenen Gründen in der Gemeinde niedergelassen: Sie fanden den Mann fürs Leben, ein Jobwechsel bedingte einen Ortswechsel, und manchmal führte auch der Zufall Regie. Oder sie kamen nach Horgen, um Schutz zu suchen wie Sunaits Zeru aus Eritrea, dem krisengeschüttelten Staat in Afrika. «Ich bin dankbar, hier in Horgen eine neue Heimat gefunden zu haben, denn hier lebe ich mit meinen Kindern ohne die ständige Angst vor Krieg und Tod», steht unter ihrem Foto geschrieben.Geradezu poetisch drückt es die Deutsche Bea Pasquillo aus, weshalb ihr Horgen gefällt: «Als ich es nicht hatte, vermisste ich es. Deshalb fühle ich mich wohl, weil ein Gewässer meine Heimat vervollständigt.» Die Porträtfotos der Horgner Frauen sind das Werk von Annatina Kindschi, Präsidentin des Frauenforums und Primarschullehrerin. Probleme in der Waschküche Integration, Vernetzung und Austausch seien Themen, die das Frauenforum beschäftigten, sagt Kindschi Sie schildert die Eindrücke, die sie während den oftmals langen Gesprächen mit den Frauen gewonnen hat: «Sie haben erzählt, wie es war, als sie hier ankamen. Dass die Menschen in Horgen nicht so spontan seien wie anderswo auf der Welt. Oder die Schwierigkeiten mit dem Siezen und Duzen.» Ausserdem hätten ihnen die Regeln bezüglich der Benutzung der Waschküche Kopfzerbrechen bereitet, fügt Kindschi lachend an. «Aber das ist wohl ein von uns Schweizern hausgemachtes Problem.» Theresa Zeller vom Frauenforum sagt: «Nicht alle sagten spontan zu. Anfänglich, als wir die Ausländerinnen kontaktierten, mussten wir Überzeugungsarbeit leisten.» Bei den Gesprächen sei das Eis aber rasch gebrochen. «Ich habe viel über Schicksalsschläge erfahren, die auch mich dazu führten, über den Begriff ‹Heimat› nachzudenken», sagt sie. Der Leidensweg der Kambodschanerin Ay Teng Un bis zur Ankunft in der neuen Heimat ging ihr besonders unter die Haut.Die Ausstellung scheint bei der Horgner Bevölkerung sehr gut anzukommen. Kaum waren die Fotos in den Schaufenstern platziert, blieben viele Passanten neugierig stehen und verweilten vor den Bildern und Texten. Die Kuratorinnen der Ausstellung (v. l.): Annatina Kindschi, Irene Mueller, Margrit Flumini, Theresa Zeller. Foto: Manuela Matt

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