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Hinwil ist fairer als sein Ruf

Die Gemeinde wehrt sich gegen die geringe Punktzahl zur globalen Verantwortung.

Von Walter Sturzenegger Hinwil – Die Gemeinde Hinwil verhalte sich unsolidarisch und sei ökologisch und ökonomisch wenig verantwortungsbewusst, kritisiert Solidar Suisse. Das frühere Arbeiterhilfswerk hat erstmals über 80 Schweizer Gemeinden darauf überprüft, ob sie ihre globale Verantwortung wahrnehmen. Hinwil erhielt bloss 1 von 100 Punkten und landete damit am Schwanz der Rangliste, wie Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtet hatte. Gleich schlecht schnitt im Kanton nur Bülach ab, mit 0 Punkten noch schlechter waren Adliswil und Thalwil. Hinwil investiere nichts in die Entwicklungshilfe und achte bei der Beschaffung kaum auf menschenwürdig produzierte oder fair gehandelte Materialien, kritisiert Solidar Suisse.Gemeindeschreiber Daniel Nehmer kontert die Vorwürfe. Der Erfassungsbogen mit über 70 Fragen sei schwierig auszufüllen gewesen, sagt er. «Einzelne Fragen konnten wir nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten.» Bei der Auftragsvergabe und der Beschaffung wende die Gemeinde sehr wohl soziale und ökologische Kriterien an. Der Gemeinderat habe die Thematik Ende 2010 diskutiert und die Bevölkerung informiert. Ein spezielles Leitbild, wie es Solidar Suisse fordere, habe die Behörde bewusst nicht erarbeitet, sagt Nehmer. «Wir fragen aber bei Offertstellern nach und holen Referenzen ein.»Dass die Gemeinde bei der Entwicklungshilfe schlecht abschneidet, hat laut Nehmer vor allem zwei Gründe. «Wir gehen mit Steuergeldern vorsichtig um.» Und die budgetierten 20 000 Franken spende Hinwil lieber Schweizer Berggemeinden für eine neue Wasserversorgung, statt sie auf Konten von internationalen Hilfswerken zu überweisen.

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