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Helfer des Greifenseelaufs bewältigen einen Verpflegungsmarathon

178 Freiwillige fördern mit Bananen und Wasser die letzten Reserven der 8000 Läufern des Halbmarathons an den Tag.

Wissenswertes zum Greifenseelauf-Halbmarathon 2010: Auf der 21,1 km langen Strecke klassierten sich 5448 Männer und 2143 Frauen. Der Sieger, Abraham Tandoi aus Kenia, lief diese Strecke in 1 Stunde 5 Minuten und 3 Sekunden, der Langsamste brauchte dafür 3 Stunden 17 Minuten und 13 Sekunden. 178 Helferinnen und Helfer verpflegten an 8 Ständen die Teilnehmer mit Getränken und Bananen. Die Läufer verzehrten den Inhalt von 34 Bananenschachteln und benutzten etwa 90 000 Pappbecher. (hei) Von Heidi Tschachtli (Text)und René Kälin (Fotos) Uster – «100 Meter bis zur offiziellen Verpflegung» verspricht ein Schild den tapferen Läufern kurz nach Kilometer 16. Das interessiert Viktor Röthlin und die Spitzengruppe kaum. Sie flitzen am Stand vorbei, denn für Getränke und Bananen bleibt ihnen keine Zeit. «Die Topläufer benötigen für den Halbmarathon rund um den See nur gerade etwas mehr als eine Stunde», weiss Peter Oberholzer, Postenchef vom Verpflegungsstand Silberweide. Ganz anders die restlichen rund 8000 Teilnehmer. Sie sind froh über den Posten, schliesslich sind es noch fünf Kilometer bis ins Ziel. Dankbar nehmen sie Getränke und Bananen entgegen. 30 Helferinnen und Helfer, rekrutiert aus der Männerriege Uster, sind an dieser Stelle gleichzeitig im Einsatz und reichen den Sportlern über Stunden hinweg isotonische Getränke, Wasser und Bananen. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits drei Tagen zuvor an. Der scheinbar unendliche Strom Jogger lässt sich gerade beim Verpflegen gut in verschiedene Kategorien aufteilen. Die Marathonläufer schütten sich zur Abkühlung den ersten Wasserbecher ins Genick und trinken rennend den zweiten mit isotonischem Getränk. Ambitionierte Hobbyläufer schnappen sich gleich zwei Becher, drücken sie oben zu einem schmalen Schlitz zusammen und trinken im Gehen. Wenig Geübte nehmen sich einen Becher, versuchen im Laufen daraus zu trinken, verschütten den Inhalt, krallen sich einen zweiten, verschütteten wieder, um schliesslich durstig und frustriert weiterzulaufen. Auffallend auch, dass Frisur und Kleider bei einigen Läufern nach all diesen Kilometern immer noch perfekt sitzen. Die Strapazen sind ihnen kaum anzusehen. Sie joggen elegant und leichtfüssig am Posten vorbei, verpflegen sich, ohne zu kleckern, und bedanken sich artig bei den Helfern. Nur wenige sagen Danke Andere wiederum ringen nach Luft und mit sich selber, ihre Bananenstücke verfehlen ihr Ziel und flutschen auf den Boden. Pech, denken sich die einen und gehen weiter, andere kehren einfach noch einmal um und schieben sich ein Bananenstück diesmal stehend in den Mund. «Bedanken tun sich nur wenige, zu Witzen aufgelegt sind nur einzelne, aber dankbar sind sie alle», weiss Dora Zwahlen. Sie ist als Helferin seit vielen Jahren mit dabei. Sie preist ohne Unterbrechung über Stunden die begehrten Energiespender an, reicht sie weiter und kann diese dann ein Jahr lang nicht mehr ausstehen. Ab 17 Uhr verlangsamt sich der Strom der Halbmarathonläufer. Manche bleiben zur Zwischenverpflegung jetzt am Posten stehen, wechseln mit den Helfern ein paar Worte oder kleben sich ein Schmerzpflaster auf die Hüfte. Dehnübungen sollen ihre Krämpfe in den Waden und Oberschenkeln lösen. Ein Läufer im luftigen Schottenrock winkt und lächelt im Vorbeiziehen königlich. Ein anderer legt sogar eine längere Pause ein und verteilt Komplimente an die Organisatoren. «Wetter sei Dank läuft heute keiner wirklich am Limit», freut sich Zwahlen. Das sei nicht alle Jahre so. «Bei hohen Temperaturen fliegen mir die Jogger erschöpft fast in die Arme.» Wurst und Bier zur Belohnung Der von leeren Pappbechern gesäumte Radweg ist nass wie nach einem Platzregen. «Der Aufräumwagen ist in Fällanden», ruft Oberholzer freudig. Denn nach dem Lauf gibt es für die Mannschaft des Postenchefs im Zelt zur Belohnung Bratwurst und Bier. Für ihn und die anderen Helfer ist dies die Stärkung nach einem dreitägigen Verpflegungsmarathon. Dora Zwahlen (oben Mitte) reicht den rund 8000 Halbmarathonläufern eine wohlverdiente Stärkung.

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