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hasswunden und liebestod

Das Schauspielhaus Hamburg ist mit einer bejubelten Inszenierung von «Romeo und Julia» in Winterthur zu Gast.

von corina freudiger theater «Romeo und Julia» ist mehr als. Mehr als das ewig zitierte «Nachtigall und nicht die Lerche», mehr als ein mondlichterhellter Balkon, mehr als zwei Selbstmorde in einer Kirche. «Romeo und Julia» ist ein Theaterstück, das, wenn man sich ein bisschen mit ihm befasst, eigentlich fast nicht möglich scheint, so viel ist da drin. So viel übersprudelnde Sprachkunst. So viel blutige Action. So viel jugendliche Atemlosigkeit, so viel alter Hass, so viele dumme Zufälle. So viel Kompromisslosigkeit, so viel Übermut. Die emotionale Wucht, mit der Romeo und Julia ihrer verfeindeten Familien zum Trotz aufeinanderprallen, die ihn zum pazifistischen Prinzen und sie zur aufmüpfigen Tochter macht, diese Liebe, die so gross ist, dass die von ihr durchtränkten Verse allen gehässigen Kampfparolen die Show stehlen, ist heute noch atemberaubend. In einem Verona, in dem an jeder Ecke Gewalt eskaliert, entfachen Shakespeares verknallte Teenager eine kurze, heftige Utopie des totalen Glücks. Wer möchte nicht an so was glauben! Im Theater Winterthur kann man sich nun von dieser Geschichte wieder einmal hinreissen lassen, und zwar in einer Inszenierung, die von Feuilleton und Publikum gleichermassen bejubelt wurde. Regisseur Klaus Schumacher inszeniert schnell und schnörkellos in einem kargen, wandelbaren Bühnenbild. Er besetzt die Titelrollen mit Aleksandar Radenkovi? und Julia Nachtmann, in die man sich gleich mitverliebt, und steckt die Schlägertrupps in Hitlerjugendbraune Uniformen. Dass man im Winterthur Gastspielhaus ein Händchen hat für theatralische Sternschnuppen, zeigte etwa der überwältigende «Otello» des Burgtheaters letzten Dezember. «Romeo und Julia» könnte ein weiterer Glanzpunkt werden. Einer, freilich, der traurig macht. Denn, wie Fürst Escalus am Schluss zusammenfasst: «Kein Leid, von dem ich hörte oder sah, gleicht dem von Romeo und Julia.» Blutrünstige Brut: In «Romeo und Julia» macht dieser Schlägertrupp Verona unsicher. Di, Mi 19.30 Uhr. Bis Do 24.3.Eintritt 25 bis 60 Franken Verlosung Der Züritipp verlost3?×?2 Tickets für die Vorstellung vom Dienstag, 22.3., um 19.30 Uhr. Schicken Sie ein SMS mit dem Kennwort NACHTIGALL, Name und Adresse bis Mo 21.3., 14 Uhr, an die Nummer 4488 (1 Franken pro SMS). Gratis per Mobile: http://wapteilnahme-online.vpch.ch/ZUR72331 Bild: A.T. Schaefer/zvg

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