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Gratwanderung auf 1000 Saiten

Von Klassik bis Jazz, von Jung bis Alt: Die Eröffnungsgala der Musikfesttage Wallisellen bot Abwechslung.

Von Livio Liechti Wallisellen – Vor ausverkauftem Haus lud Intendant Roland Raphael am Samstagabend zur Eröffnungsgala der Musikfesttage Wallisellen. Vier elegante Steinway-Konzertflügel thronten auf der Bühne des Gemeindesaals. Mit ihren je rund 250 Saiten lieferten diese das Motto des Abends – «1000 Strings». Die vierte Ausgabe der Musikfesttage steht dieses Jahr voll und ganz im Zeichen der Saiteninstrumente. Als das renommierte Gershwin-Klavierquartett den Abend eröffnen sollte, traten anstelle der vier Pianisten jedoch drei junge Mädchen auf die Bühne. Selbstbewusst stellten sie sich an einen der Flügel und verzauberten das Publikum mit einem sechshändig gespielten Stück. Auf Nachfrage gaben sich die drei Jungpianistinnen als «Trio 99» zu erkennen. Die drei 11-Jährigen aus dem zürcherischen Egg haben schon einiges an Konzerterfahrung gesammelt und treten regelmässig in der Region auf. Pianisten mit Schlagstöcken Nach dem sympathischen Überraschungsauftritt setzten sich dann die vier Mitglieder des Gershwin-Klavierquartetts hinter die Flügel. Bei ihren anspruchsvollen Arrangements und Improvisationen bekannter Stücke George Gershwins wie «Rhapsody In Blue», «An American In Paris» oder «I Got Rythm», kam ihre ganze Klasse und Virtuosität eindrücklich zum Vorschein. Auf ihrer Gratwanderung zwischen Klassik und modernem Jazz zeigte das Quartett dem Publikum, auf welche verschiedenen Arten es die 1000 Saiten seiner Instrumente zum Klingen bringen konnte. So liessen es sich die vier Ausnahmepianisten nicht nehmen, die Saiten manchmal sogar von Hand oder mithilfe von Schlägern zum Klingen zu bringen. Für ein Kontrastprogramm sorgten zwischen Gershwin-Stücken Sunita Abplanalp und Suzana Mendes. Die erst 15-jährige Sunita verzauberte das Publikum mit einer Soloeinlage auf der Violine und zeigte somit, dass auch vier Saiten wundervolle Klänge erzeugen können. Ganz leise und sanfte Töne hörte man von Suzana Mendes. Auf ihrem Clavichord, einem kleinen antiken Tasteninstrument, das als Urvater des modernen Flügels gilt, spielte sie Stücke aus dem 16. Jahrhundert. Das Publikum zeigte sich nach dem Konzert grösstenteils begeistert und beeindruckt vom Können der Künstler. «Das Programm war sehr abwechslungsreich. Man hörte Musik aus sehr verschiedenen Epochen. Und vier Konzertflügel auf einer Bühne habe ich noch nie gesehen», sagte Erika Wüthrich aus Wallisellen. Auch das Ehepaar Forrer – ebenfalls aus Wallisellen – genoss den Abend: «Wir sind Fans der Musikfesttage und besuchen wenn möglich jedes Konzert. Heute hat uns vor allem beeindruckt, mit wie viel Witz und Humor die Stücke Gershwins neu interpretiert wurden.» Die Walliseller Musikfesttage dauern noch bis 26. September. Hauptveranstalter ist die Politische Gemeinde Wallisellen. Ermöglicht werden die Konzerte jedoch erst durch eine Vielzahl an Gönnern und Sponsoren. Nächstes Jahr finden die Musikfesttage vom 1. bis 9. Oktober statt. www.musikfesttage.ch Das Gershwin-Klavierquartett brachte die viermal 250 Saiten nicht nur über die Tasten zum Klingen. Foto: René Kälin

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