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Gericht stoppt Hittnauer Gemeinderat

Auf einen Schlag wollte der Gemeinderat Hittnau 51 Bauten aus dem Schutzinventar entlassen. Das Verwaltungsgericht korrigiert den Entscheid.

Von Patrizia Legnini Hittnau – Zwei Jahre ist es her, da hat der Gemeinderat von Hittnau den umstrittenen Entscheid gefällt: 51 Objekte wollte er aus dem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Objekte von kommunaler Bedeutung entlassen. Grund für den Entscheid: Die letzte Überprüfung des Inventars der Denkmal- und Heimatschutzobjekte lag beinahe 30 Jahre zurück. Gegen die Entlassung opponierte der Zürcher Heimatschutz. Die Baurechtskommission hob den behördlichen Entschluss wieder auf. Die Gemeinde zog das Verfahren allerdings weiter. Am 9. Februar hat nun das Verwaltungsgericht die Haltung der Rekursbehörde bestätigt, wie der Heimatschutz in einer Mitteilung schreibt. Anfang März hatte das Gericht seinen Entscheid den Parteien zugestellt. Heftige Kritik am Planungsbüro Der Gemeinderat Hittnau hatte sein Vorgehen 2009 auf die Beratung des Planungsbüros Suter von Känel Wild AG abgestützt. Im Urteil kritisiert das Gericht, dass das Büro die einzelnen Objekte nicht ernsthaft auf ihre Schutzwürdigkeit geprüft hat. Der Beratung habe es an der nötigen Sachkenntnis bei der Denkmalpflege und im Heimatschutz gefehlt. Man habe den Zeugniswert der baulichen Substanz vernachlässigt. Und: Das Gutachten der Hittnauer Behörde hänge einem veralteten Verständnis von Denkmalpflege nach. Ein Ortsbild könne mit planungsrechtlichen Massnahmen nur unzureichend geschützt werden, schreibt das Gericht. An prägenden Lagen könnten Ersatzbauten verlorene Originalsubstanz nicht ausgleichen. Der Gemeinderat wollte sich noch nicht zum Entscheid des Verwaltungsgerichts äussern. Man wolle das Thema zuerst an der Gemeinderatssitzung vom Mittwoch diskutieren, sagt Gemeindepräsident Christoph Hitz. Beim Heimatschutz freut man sich über den klaren richterlichen Entscheid. «Er ist nicht zuletzt ein Signal an die Gemeinden, dass sie nicht mehr darum herumkommen, stichhaltige Argumente für derartige Entlassungen zu haben und zuverlässige Gutachten zu erstellen», sagt Präsident Ulrich Ruoff.

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