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Gerät, dem einst Kalifen trauten

Eine 110-jährige Wetter- station hat in Männedorf ihre Arbeit wieder aufgenommen. Noch fehlt ihr Thermometer.

Von Nadja Belviso Männedorf – Die Wetterstation, die der Verkehrsverein Männedorf beim Bahnhof einweihte, ist eine ganz besondere. Die Messgeräte stammen von Wilhelm Lambrecht, einem Instrumentenbauer aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende, dem sogar der Kalif von Istanbul vertraute. Lambrecht-Wettersäulen jener Zeit gelten als besonders hochwertig. Kein Wunder, war der Horgener Experte Paul Bächtiger ganz aus dem Häuschen, als ihn der Männedörfler Verkehrsvereinspräsident Andreas Hasler zu sich einlud, um das Exemplar zu begutachten, das vor zehn Jahren in der alten Leuenscheune entdeckt wurde. Hasler hatte die Säule mit nach Hause genommen, um sie vor der Vernichtung zu retten. Dank dem Legat einer Männedörflerin wurde die Wetterstation vor 110 Jahren aufgestellt. 821 Franken kostete damals die Wetterstation, Sockel und Umgebungsarbeiten inklusive. Erst 1971 wurde sie durch eine moderne Koch-Wettersäule ersetzt. Es muss also genau 40 Jahre her sein, seit die alte Lambrecht-Säule in der Scheune verschwand. Damit die moderne Wettersäule aus dem Hause Koch nicht dasselbe Schicksal ereilt, wird sie an der Schifflände neu aufgebaut. Ein privater Spender Nachdem Hasler klar geworden war, welchen Schatz er im Keller hatte, setzte er und seine Vereinskollegen alle Hebel in Bewegung, um das historische Stück wieder in Betrieb zu nehmen. Möglich wurde es dank eines privaten Spenders, der die ganzen 13 000 Franken für Restauration, Gehäuse und Sockel bezahlte. Damit waren längst nicht alle Herausforderungen gemeistert. Erst einmal musste sich ein Optiker finden, der imstande und bereit war, die alten Instrumente zu restaurieren. Fündig wurde der Verkehrsvereinspräsident schliesslich in Grindelwald. Einzig das Quecksilberthermometer konnte er nicht mehr reparieren. Deshalb fehlt es in der restaurierten Version der alten Säule. A. Hasler und die Wetterstation. Foto: PD

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