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Gemeinden finden kaum Ersatz für abgehende Gesetzeshüter

Sie werden mit Handkuss empfangen: Polizisten müssen heutzutage nicht lange nach einer neuen Anstellung suchen.

Von Peter Meier Zumikon – Polizist sein ist kein Honiglecken. Da erstaunt es nicht, dass in den örtlichen Polizeikorps ein stetes Kommen und Gehen herrscht. In jüngerer Zeit vermelden die Gemeindebehörden im Bezirk Meilen fast schon im Monatsrhythmus personelle Wechsel bei ihren Dorfpolizeien. Und nicht immer sind Führungsfehler des Dienststellenleiters, sonstige Unstimmigkeiten im Team oder gar Konflikte mit den politischen Vorgesetzten Grund für einen Stellenwechsel. Oft lockt ganz einfach das Neue, allenfalls eine Aufstiegschance oder vielleicht auch eine kleine Salärverbesserung. Bei den Löhnen wachsen die Bäume allerdings nicht in den Himmel. Zumindest im Bezirk Meilen bewegen sie sich innerhalb einer gegebenen Bandbreite, weil die Gemeindebehörden die Salarierung ihrer Angestellten regelmässig Vergleichen unterziehen. Der jüngste Abgang eines Gemeindepolizisten im Bezirk ist in Zumikon zu registrieren. Marco Koch, der seit über vier Jahren in der Gemeinde tätig gewesen war, hat das Handtuch geworfen. Koch war erst im letzten Jahr zum Dienststellenleiter befördert worden, nachdem er vorher Seite an Seite mit seinem Kollegen Daniel Ruckstuhl den Dienst verrichtet hatte. Ruckstuhl, seit Mitte 2007 in der Gemeinde tätig, amtet seit gestern, unter gleichzeitiger Beförderung zum Polizeikorporal, als neuer Chef des Zumiker Polizeipostens. Die zweite Stelle ist vakant, wie gestern der flugs auf den neuesten Stand gebrachten Homepage der Gemeinde Zumikon entnommen werden konnte. Nahtloser Wechsel Ebenfalls seit gestern ist Marco Koch, der per Ende Oktober seinen Zumiker Posten verlassen hat, in einer Limmattaler Stadtgemeinde als neues Korpsmitglied tätig. Der nahtlose Wechsel des 44-jährigen Polizeikorporals von der Goldküste ins Limmattal legt den Schluss nahe, dass Polizisten auf Jobsuche nicht eine Unzahl von Bewerbungsschreiben verfassen müssen, bevor sie zu einer neuen Anstellung kommen. Das bestätigt auch Gemeindeschreiber Thomas Kauflin, der Kochs direkter Vorgesetzter war: «Der Stellenmarkt ist extrem ausgetrocknet. Es ist derzeit für keine Gemeinde leicht, eine vakante Stelle bei der Dorfpolizei neu zu besetzen.» Anders als etwa in Stäfa oder Männedorf, wo Polizisten – auch solche in vorgesetzter Stellung – von ihren politischen Vorgesetzten auf die Strasse gestellt worden sind, scheinen in Zumikon keine Gründe vorzuliegen, die eine Entlassung gerechtfertigt hätten. Thomas Kauflin hält fest, dass er mit Kochs Arbeit «im Grundsatz sehr zufrieden» gewesen sei, dass er aber – trotz generell angespannter Stellensituation – auch nicht versucht habe, Koch zum Bleiben zu bewegen. «Wer in seinem beruflichen Umfeld nicht glücklich ist, sollte die Möglichkeit zur Veränderung nutzen.» Dass Gemeindepolizisten des Öftern die Stelle wechseln, kann nicht erstaunen. Gerade im dörflichen Umfeld ist Polizeiarbeit kein Sonntagsspaziergang. Die Ansprüche an die Sicherheitskräfte sind gross, und schnell sind die Dorfbewohner mit Vorwürfen zur Hand, wenn sie ihre Ansprüche, etwa in Bezug auf die physische Präsenz der Polizei, nicht erfüllt sehen. Allein schon eine völlig zu Recht ausgefällte Parkbusse kann das Fass zum Überlaufen bringen. Nörgeln bringt nichts Kauflin sind solche Reaktionsmuster bekannt, ebenso die Neigung gewisser Leute, sich bei Gemeinderatsmitgliedern über das Gebaren der Dorfpolizisten auszulassen. Kauflin hat vorgesorgt: Vor zwei Jahren haben sich die Zumiker Exekutivmitglieder in einem vom Gemeindeschreiber selbst eingebrachten Grundsatzbeschluss dazu verpflichtet, nörgelnde Dorfbewohner freundlich auf den Dienstweg zu verweisen.

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