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Ganz Küsnacht erlebt eine romantische Nacht

Die meisten Küsnachter nahmen den Stromausfall vom Freitag mit Humor. Sie konnten ihm sogar etwas Positives abgewinnen.

Von Simona Triet Küsnacht – Plötzlich war alles dunkel. Auch das verzweifelte Drücken des Lichtschalters änderte nichts daran. Das Telefon blieb stumm, und die Internetverbindung war tot. Ein Stromausfall hatte fast ganz Küsnacht lahmgelegt (TA von gestern). Odette Patt war am vergangenen Freitagabend froh, dass sie nicht alleine unterwegs war. Es war schon spät, als sie sich zusammen mit ihrem Mann auf den Nachhauseweg machte. Noch nie sei sie durch ein stockdunkles Küsnacht spaziert, das von keiner einzigen Strassenlaterne erhellt wurde, sagt sie. Zu Hause habe sie dann aber ein Lichtermeer aus Rechaudkerzen erwartet, aufgestellt von ihren beiden Töchtern. «Es war unglaublich romantisch», schwärmt Odette Patt. Bei den Werken am Zürichsee war der erste Anruf wegen des Stromunterbruchs um 19.45 Uhr eingegangen, sagt Abteilungsleiterin Andrea Müller. Sofort seien jene Mitarbeiter aufgeboten worden, die auf Pikett waren, um den Stromkreislauf wieder aufzubauen. Auch Angestellte, die in den Ferien waren, seien herbeigeeilt. Die Bewohner von Küsnacht nahmen den Stromunterbruch derweil mehrheitlich gelassen. Meist ersetzten Kerzen die Glühbirnen. So auch bei Astrid Widmer, die gerade mit ihrer Familie über einem Brettspiel brütete. Die Küsnachterin sieht sogar etwas Gutes im Stromausfall: Solche Pannen seien von Zeit zu Zeit nötig, erklärt sie, um den Menschen wieder ins Bewusstsein zu rufen, wie abhängig man von der Technik sei. So sei man gezwungen, zu improvisieren. «Es ist nicht selbstverständlich, dass immer alles auf Knopfdruck funktioniert», sagt Widmer. Kein Strom bis 22 Uhr Teilweise gingen die Lichter in den Haushalten nach einigen Minuten wieder an, manche Einwohner Küsnachts mussten aber bis zu zwei Stunden ohne Strom ausharren. Um 22 Uhr habe wieder jede Glühbirne gebrannt, versichert Andrea Müller von den Werken. Nur bis die Strassenlaternen wieder ihre Lichtkegel auf die Strassen warfen, habe es etwas länger gedauert. Karin Nigg liess sich vom Ausnahmezustand in Küsnacht nicht aus der Ruhe bringen. Sie sass mit Besuch im Garten, das Grillgut auf den Tellern, als die Lichter ausgingen. Kerzen hätten nur wenig später für eine romantische Atmosphäre gesorgt, während sie beobachtet hätten, wie die Strassenlaternen aufgeflackert und wieder erloschen seien, sagt sie. Erinnerungen an alte Zeiten Auch im Restaurant Dörfli im Zentrum Küsnachts flammten um circa 20 Uhr Kerzen auf. Ihre Gäste hätten den Zwischenfall mit Humor genommen, sagt Anita Thomet und fügt an: «Ein Candle-Light-Dinner gibt es nicht alle Tage.» Das Abendessen musste nicht kalt aufgetischt werden, da die Küche mit Gas kocht. Die Bewohner des Alters- und Pflegeheims am See in Küsnacht merkten nicht viel vom Stromausfall. Die meisten seien jeweils bereits vor 20 Uhr im Bett, ist auf Anfrage zu erfahren. Jene, die noch wach waren, fühlten sich um viele Jahre zurückversetzt, in eine Zeit, als Stromausfälle noch fast zum Alltag gehörten. Das ist längst nicht mehr der Fall: In den letzten sechs Jahren habe es in Küsnacht nur einen Stromausfall wie jenen vom Freitagabend gegeben, sagt Andreas Ausborn, Bereichsleiter Strom bei den Werken. Dieses Mal sei ein Kabelschaden die Ursache gewesen. Genau lokalisiert war dieser gestern aber noch nicht.

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