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Für jedes Kilo einen Monat

Ein Techniker aus Dällikon hat mit 18 Kilo Marihuana gehandelt – bis bei ihm eingebrochen wurde. Das Bezirksgericht verurteilt ihn nun zu 18 Monaten bedingt.

Von Attila Szenogrady Dällikon – Mit einer Indoor-Hanfplantage hat ein Techniker aus Dällikon 18 Kilogramm Marihuana produziert und erfolgreich abgesetzt. Umsatz: über 86 000 Franken. Der heute 46-jährige Beschuldigte habe seine illegalen Geschäfte mit grosser Energie und Raffinesse betrieben, führte der Vorsitzende am Zürcher Bezirksgericht, Rudolf Kieser, während der Urteilseröffnung am Dienstag aus. Das Gericht setzte als Strafe 18 Monate bedingt fest, kam aber dem Beschuldigten finanziell entgegen: Es verzichtete auf eine zusätzliche Busse und auf eine Ersatzforderung von 50 000 Franken. Selbst die Verfahrenskosten wurden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Strom am Zähler vorbeigeleitet Der Techniker baute ab Sommer 2008 in Zürich-Albisrieden, im Untergeschoss einer Liegenschaft, eine Plantage mit 550 Jungpflanzen auf. Der persönliche Gewinn für den Marihuanazüchter aus Anbau und Vertrieb betrug mindestens 21 400 Franken. Der Verurteilte ging äusserst umsichtig und schlau vor: Er leitete am Tatort den Strom mittels einer Klemme am Zähler vorbei, um den grossen Energieverbrauch zu vertuschen. Zudem liess er den Erlös bei einer Komplizin, einer Treuhänderin aus Kloten, reinwaschen. Alles schien perfekt zu laufen, bis ihm ein Einbruch in das Gebäude der Plantage einen Strich durch die Rechnung machte. Denn so stiess die Polizei zufällig auf die Hanfproduktion und nahm den Beschuldigten fest. Vor dem Bezirksgericht war der Schweizer geständig. Als Tatmotiv gab er eine Lebenskrise an. So habe er 2007 von seiner Aidserkrankung erfahren und sei deshalb in ein tiefes Loch gefallen.

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