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Fischenthal verschmäht Gratis-Feuerwehrauto

René Stieger möchte sein Feuerwehrauto der Gemeinde Fischenthal umsonst zur Verfügung stellen. Doch diese lehnt ab.

Von Stefan Krähenbühl Fischenthal – Seit zwei Jahren ist der Fischenthaler René Stieger im Besitz eines Tanklöschfahrzeuges. Doch das Feuerwehrauto steht seit dem Kauf unbenutzt in seiner Garage. Dies hat zwei Gründe: Zum einen darf Stieger das Gefährt ohne eine blaue Nummer nicht fahren. Und die Gemeinde, die eine solche beantragen könnte, will das Feuerwehrauto nicht benutzen. Dies, obwohl der Fischenthaler sein Feuerwehrauto kostenlos zur Verfügung stellen würde und sogar die Unterhaltskosten selbst bezahlt, wie er versichert. «Auf beiden Seiten wäre ein Nutzen entstanden», sagt Stieger. Er hätte das Gefährt für Schulungen und Einsätze nutzen können, die Gemeinde hätte umsonst ein zweites Tanklöschfahrzeug bekommen. «Plus Waldbrandausbildung.» Stieger kennt sich aus. Er war selbst jahrzehntelang Mitglied der Feuerwehr Fischenthal, 15 Jahre davon als Feuerwehrinstruktor. Er kaufte das Gefährt 2008 im Kanton Aargau. Er wollte das Fahrzeug für Schulungseinsätze, Unwetterhilfe und Waldbrandeinsätze nutzen und es der Jugendfeuerwehr als Übungsfahrzeug zur Verfügung stellen. Doch der damalige Sicherheitsvorstand ging nicht auf das Angebot ein. Da Stieger kein Mensch ist, der nach dem ersten Misserfolg aufgibt, fragte er auch den neuen Gemeinderat an. Die Antwort blieb dieselbe. Die Behörde argumentiert, man habe schon genug Fahrzeuge. «Wir erfüllen den Sollbestand», sagt Gemeindeschreiber Roger Winter. Der neue Sicherheitsvorsteher Mirko Sennhauser ergänzt: «Das Fahrzeug wurde privat gekauft. Wir möchten keine Vermischung von Privatem und Öffentlichem.» Stiegers Argument, wonach ein zweites Löschfahrzeug beim Ersteinsatz in Gebieten ohne Wasserversorgung vorteilhaft wäre, zeigt keine Wirkung. Ebenso die Tatsache, dass Stiegers Fahrzeug über einen grösseren Wassertank verfügt als das gemeindeeigene. Ein Tanklöschfahrzeug genügt Dass die Gemeinde denn Sollbestand erfüllt, ist Fakt. Gemäss den Vorschriften für das Feuerwehrwesen gehört zur Grundausrüstung einer Ortsfeuerwehr nur ein Tanklöschfahrzeug. Entsprechend subventioniert die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) nur ein solches Fahrzeug. «Was nicht heisst, dass eine Gemeinde nicht weitere Fahrzeuge auf eigene Kosten anschaffen kann», so Kurt Steiner von der GVZ. Dass Stieger das Feuerwehrauto verkaufen muss, hat er inzwischen akzeptiert. «Ich bin nicht enttäuscht oder böse über den Entscheid der Gemeinde.» Schliesslich sei ihm eine gute Zusammenarbeit mit den Behörden wichtig. Sein Feuerwehrauto aber steht weiter in Fischenthal und wartet darauf, zum Einsatz zu kommen. René Stieger kann sein Tanklöschfahrzeug nicht benutzen.Foto: Seraina Bodmer

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