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Finanzen und Kommunikation als Steckenpferde

Sven Alini, Oetwils neuer Gemeindeschreiber, will mehr sein als nur Administrator seiner Kommune.

Von Ueli Zoss Seit dem 2. September dieses Jahres arbeitet Sven Alini als Gemeindeschreiber in Oetwil. Seine Arbeitsstätte ist bereits hergerichtet: Auf dem Bürotisch steht ein Wappentier, der Storch – das Symbol von Oetwil –, in Griffweite liegen die unverzichtbaren Unterlagen für den 35-Jährigen aus Rüti mit italienischen Wurzeln. Rasch zur Hand hat er das Kantonale Handbuch für Personalrecht, die Geschäftsordnung des Oetwiler Gemeinderats vom 11. Mai dieses Jahres oder die Oetwiler Gemeindeordnung vom 27. November 2009. «Der Gemeindeschreiber ist das rechtliche Gewissen des Gemeinderats», definiert Alini seinen Job. «Ich kümmere mich um Gesetze, Weisungen, Verordnungen und Bestimmungen.» An seiner früheren Wirkungsstätte in Knonau (rund 1800 Einwohner) erledigte Alini noch viele Aufgaben im Alleingang. In Oetwil mit seinen 4400 Bürgern und Bürgerinnen braucht es jedoch eine vermehrte Zusammenarbeit, an der die Abteilungen Steuern, Finanzen, Sicherheit, Bau und Werke, Soziales oder Schulwesen beteiligt sind. Wie es die Berufsbezeichnung aussagt, kommt das Schreiben für Alini nicht zu kurz. Im Moment sei er an den Traktanden für die nächste Gemeinderatssitzung. Nicht mehr wie bei Gotthelf Damit steht er in einer langen Tradition: Von Gemeindeschreibern war schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Rede. In Jeremias Gotthelfs Werk «Geld und Geist» geht es darum, dass auf dem Liebiwyl-Hof der Bauer Christen, seine Frau Änneli, ihre beiden Söhne Resli und Christeli sowie die Tochter Annelisi eine verschworene Gemeinschaft bilden, bis sich Christen vom Gemeindeschreiber überreden lässt, mit den Mündelgeldern, die er verwaltet, zu spekulieren. Alini betrachtet den Gemeindeschreiber nicht als einen antiquierten Berufszweig. «Das verstaubte Bild, das viele Leute vom Gemeindeschreiber als älterer Herr mit grau melierten Haaren und Bauchansatz haben, trifft nicht mehr zu. Die Mehrheit meiner Kollegen ist heute innovativ und dynamisch.» Wie er selbst, könnte er anfügen. Seine Hobbys sind die Pflege seines Gartens mit seiner Ehefrau sowie Segeln. In Zeiten, in denen es von CEOs, Managing Directors oder Facility Manager nur so wimmelt, kann Alini mit seiner Berufsbezeichnung gut leben. «Für mich verhunzen diese Anglizismen die deutsche Sprache.» Während seiner berufsbegleitenden Ausbildung zum Gemeindeschreiber hat er während sechs Jahren gelernt, was heutzutage unter New Public Management verstanden wird. Ein erfreuliches erstes Fazit Für seinen Berufsstand möchte er viel Ehre einlegen: «Ich will mithelfen, dass Oetwil seine Lebensqualität behalten oder sogar steigern kann.» Die vordergründigste Aufgabe innerhalb des Gemeindehauses sei es, die Finanzen im Lot zu halten, mit dem Fernziel die Schulden abzubauen. Intern nimmt zudem für ihn die Kommunikation einen grossen Stellenwert ein. Erst seit vier Wochen ist Alini im Amt. Sein erstes Fazit: «Peter Imhof, mein Vorgänger ad interim, hat hervorragende Arbeit geleistet. Mir gefällt der Job ausnehmend gut.» Weder grau meliert noch mit Bauchansatz: Gemeindeschreiber Alini widerspricht alten Klischees . Foto: Patrick Gutenberg

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