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FCZ kurz vor Ende doch noch belohnt

Das letzte Derby der Saison dominierten die Fussballerinnen des FC Zürich auf fremdem Terrain fast nach Belieben. Das 2:1 gegen die Grasshoppers war eine zu magere Ausbeute.

Von René Hauri, Niederhasli Alicia Brandenberger avancierte zur Matchwinnerin. Mit zwei Toren sicherte sie dem FC Zürich den zweiten Sieg im dritten Derby der Saison. Sie verwandelte in der 86. Minute einen Freistoss aus rund 20 Metern, fand mit einem herrlichen Schlenzer die Lücke zwischen Goalie Patricia Gsell und der Latte. Schon nach 9 Minuten hatte sie die Gäste in Führung gebracht und profitierte dabei von Unstimmigkeiten in den Abwehrreihen der Grasshoppers. Vor Brandenbergers Kunstschuss kurz vor dem Ende der Partie, war diese vor allem von Kampf und einzeln gesetzten Nadelstichen des Gästeteams geprägt. Dieses war dem Sieg auf dem GC-Campus stets deutlich näher als der Gegner. Das 1:1 zur Pause schmeichelte letztlich der Equipe von Trainer Thomas Pfyl. Bis zur 28. Minute, in welcher Jessica Berger Selina Kuster im Strafraum von den Beinen holte und die Gefoulte selber für den Ausgleich sorgte, war diese offensiv inexistent – und blieben es auch danach. «Wir haben aus dem Nichts ein ärgerliches Tor erhalten. GC hat nie ins Spiel gefunden. Der Sieg war sicherlich verdient», resümierte FCZ-Trainer Dorjee Tsawa. Und sein Gegenüber Thomas Pfyl pflichtete bei: «Sie waren klar besser. In der zweiten Halbzeit hatten wir nicht eine Chance.» Fimian fehlte spürbar Das Fehlen der verletzten Chantal Fimian machte sich bei GC einmal mehr bemerkbar. Die Tore beim 4:1 am vergangenen Samstag in Staad waren die ersten in der vierten Partie der Finalrunde. «Natürlich fehlt uns Chantal, aber die Jungen machen ihren Job gut», sagte Pfyl. Fakt ist aber, dass den Grasshoppers auch gestern aus dem Spiel heraus kein Treffer gelang. Doch nicht nur das: Sie offenbarten auch in der Abwehr grosse Mängel, wirkten vor allem zu Beginn der Begegnung nervös und hatten es nur der schwachen Chancenauswertung des Gegners zu verdanken, dass sie bis zur 86. Minute zumindest bezüglich des Resultats mithalten konnten. Cora Canetta, Sandra Betschart und Doppeltorschützin Brandenberger vergaben nacheinander gute Möglichkeiten für den FCZ, nach dem Seitenwechsel brachte Ramona Lendenmann per Kopf den Ball aus 3 Metern nicht im Tor unter. Sie war in der Folge die treibende Kraft im Angriffsspiel der Gäste. Doch auch das machte sich nicht bezahlt – vorerst. Sieben Minuten vor dem Ende der Partie verpasste auch noch Betschart das leere Tor. «Wir hätten sicherlich höher gewinnen können. Aber wir brauchen uns nichts vorzuwerfen», sagte Tsawa. Der FCZ hat dank des 2:1-Erfolgs den Stadtrivalen zwar überholt. Dennoch wird auch der Meister der vergangenen zwei Jahre aller Voraussicht nach keinen Titel gewinnen. «Als ich das Team in der Winterpause übernahm, wollte ich natürlich alles daran setzen, den Pokal zu holen», sagte Trainer Tsawa und ergänzte, «Letztlich spricht es aber für das steigende Niveau im Frauenfussball, dass mehrere Teams um den Titel mitreden können.» Mit den Ausfällen der Leistungsträgerinnen Selina Zumbühl (Kreuzband) und Manuela Zürcher (Haarriss im Fuss) hat sein Team zudem Personalsorgen. «Auch deshalb war der Sieg wichtig. Die Spielerinnen bewiesen: Es kann auch ohne die zwei gehen», so Tsawa. Mit Canetta, die auch gestern eine der auffälligsten Spielerinnen war und abermals für Unruhe vor Goalie Patricia Gsell sorgte, Eseosa Aigbogun, die offenbar wegen einer disziplinarischen Massnahme das drittletzte Meisterschaftsspiel verpasste, und eben Brandenberger hat der FCZ noch weitere abschlussstarke Spielerinnen in seinen Reihen. Die Abwesenheit von Aigbogun kommentierte Tsawa mit einem Schmunzeln: «Sagen wir, sie musste eine schöpferische Pause einlegen.»Wie der FCZ wird wohl auch GC in dieser Saison ohne Titel bleiben. Das beunruhigt Trainer Pfyl aber nicht: «Wenn man von den Ansprüchen im Klub spricht und den zweiten Platz von der vergangenen Saison als Vorgabe nimmt, muss man auch die zahlreichen Abgänge beachten», sagte Pfyl und nannte drei Namen: Isabelle Meyer (SC Freiburg/D), Marina Keller und Caroline Müller (beide Levante/Sp). «Das Ausland lockt halt», sagt der Coach. In der Winterpause verliessen zudem die Stürmerinnen Patricia Hägglund (Umeå/Sd) und Daniela Plüss (Juventus) die Zürcherinnen. «Dass sie gehen würden, war nicht voraussehbar. Daher kann nicht von Fehlplanung gesprochen werden», fand Pfyl. Die Konsequenz: GC muss sich mit Rang 5 begnügen. Eine runde Sache für Cora Canetta und ihren FCZ. Die Stadtzürcherinnen überragten im Kantonsderby GC. Foto: Reto Oeschger

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