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Erstklässler müssen künftig Velo oder Bus fahren

Das Parlament sagte Nein zu einem Schulbus für die Stettbacher Erstklässler. Nun wollen die Eltern bis vor Bundesgericht gehen.

Von Thomas Bacher Dübendorf – Die Erstklässler aus Stettbach müssen künftig mit dem Velo oder dem öffentlichen Verkehr zur Schule fahren. Am Montag bremste das Parlament ein Postulat von Patrick Angele (SP) und zwölf Mitunterzeichnenden für die Weiterführung des Schulbusses Stettbach–Dübendorf mit 19:15 Stimmen aus. Nun ist klar: Die Eltern werden den Instanzenweg beschreiten, «notfalls bis vor Bundesgericht», sagt Julia Fischer. Die Mutter ist enttäuscht vom Entscheid des Parlaments. Für Erstklässler sei der Weg mit dem Velo zu gefährlich. Und der öffentliche Bus sei auch nicht zumutbar. Denn würden Eltern ihre Kinder begleiten, wären sie täglich bis zu vier Stunden unterwegs. Und auch wenn die Schüler allein mit dem Bus fahren würden, hätten sie wegen des Fahrplans nur gerade eine halbe Stunde Mittagszeit. Schliesslich sei auch die heutige Lösung mit einem Shuttle-Taxi nicht ideal, denn der Taxifahrer sei nicht zuverlässig. So laufe es darauf hinaus, dass sie ihr Kind mit dem Auto zur Schule fahren werde, sobald der Entscheid rechtskräftig ist – auch wenn sie gegen Müttertaxis sei. Zwar hat der Bezirksrat der Schulpflege den Rücken gestärkt. Doch laut Fischer seien die Eltern zur Begehung vor Ort nicht eingeladen gewesen, was eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs darstelle. Zudem habe die Begehung in der verkehrsarmen Sommerferienzeit stattgefunden. Aus diesem Grund haben die Eltern ihren Rekurs ans Verwaltungsgericht weitergezogen. Julia Fischer rechnet sich durchaus Chancen aus, dass die Schulpflege ihren Entscheid kippen muss. Denn das Problem werde sich noch verschärfen. Zwar wären derzeit lediglich drei Schüler von der Regelung betroffen. Doch es zögen immer mehr Familien nach Stettbach. Im Parlament wurde am Montag seitens der SVP argumentiert, wer in eine Aussenwacht ziehe, müsse sich halt stärker mit der Problematik des Schulwegs auseinandersetzen. Auch gehe es im Postulat letztlich nicht um das Wohl der Kinder, sagte Orlando Wyss (SVP), «sondern um die Entlastung der Eltern von ihrer erzieherischen Aufgabe». Das wiederum will Julia Fischer nicht so stehen lassen. Bereits heute würden sich die Stettbacher Eltern organisieren, um die älteren Schüler sicher über die stark befahrene Gockhauserstrasse zu geleiten. Zudem habe man nicht damit rechnen können, dass die Dübendorfer Schulpflege den Schulbus nach 15 Jahren einfach einstellen würde. Ein Argument, welches am Montag auch die Befürworter des Busses anbrachten. Bildungsvorsteherin Edith Jöhr (BDP) sieht darin aber keinen Rechtsanspruch. So hätten sich die Voraussetzungen mit dem Neubau des Bahnhofs Stettbach verändert. Denn früher hätten die Kinder die Tramgeleise überqueren müssen, um zum Bus zu gelangen. Nun sei der Busterminal vorgelagert und gefahrlos erreichbar. «Und der Fahrplan passt zur Schule», so Jöhr.

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