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«Erneuerbare Energie muss sofort stärker gefördert werden»

Ausstieg aus der Atomenergie Diverse TA-Artikel in den letzten Tagen Keine Abstimmung zum Atommüll. Das Aufheulen der Führer der Atomlobby war gross, als sie vor einer Woche ihre Profite davonschwimmen sehen mussten. Aber das Geheul tönt falsch: Wurde bisher mit allen Mitteln versucht, eine echte Abstimmung über neue Atommeiler zu verhindern, wird jetzt verlangt, dass «das Volk» darüber abstimmen müsse, ob wir durch das Abschalten der Atommeiler (in 25 Jahren) der nächsten Generation eine (angebliche) Stromlücke aufbürden wollen. Keine Abstimmung nötig ist hingegen zur Frage, ob wir Tausenden von Generationen Atommüll hinterlassen sollen, das ist offenbar gottgegeben. Dieses Lateralproblem ist seit mindestens zwei Generationen bekannt, Lösungen sind weltweit nicht in Sicht. «Die Schweizer Atomkraftwerke seien sicher», behaupten die Atomlobbyisten und könnten fast ewig weiter betrieben werden – sie sind es nur, solange anders lautende Berichte geheim bleiben. Es braucht keinen Tsunami im Mittelland für eine Atomkatastrophe. Fehlgeleitete Technik und unvollkommene Menschen genügen vollauf. «Der Staat» müsse jetzt Lösungen bringen, verlangen sie jetzt, da kein Profit in Sicht ist. Aber haben sie nicht jahrzehntelang den unsinnigen Stromverbrauch mit Elektroboilern, Elektroheizungen und zu guter Letzt mit Wärmepumpen mit für sie profitabler Tarifpolitik angeheizt, anstatt Solaranlagen und Passivhäuser zu fördern? Wege zur 2000-Watt-Gesellschaft und einer sicheren Stromversorgung hat der Staat – und viele andere vor ihm – längst beschrieben, sie wurden von der Atomlobby diffamiert. Rudolf Schär, Winterthur Sonnenenergie aus Industriezonen. Der Ausstieg aus der Atomenergie wird zweifellos noch viel zu reden geben – besonders bis zu den Wahlen im Herbst. Allein, damit ist nichts getan. Die erneuerbare Energie muss sofort stärker gefördert werden. Dazu braucht es ein Umdenken auf breiter Basis und wohl auch eine Änderung von vielen Gesetzen und Vorschriften. Es darf nicht sein, dass durch deren buchstabengetreue Anwendung fortschrittliche Lösungen verhindert werden. Andererseits dürfen aber auch die Ortsbilder nicht durch allzu stark dominierende Objekte völlig verschandelt werden. Sieht man sich heute Installationen von Solarzellen und Sonnenkollektoren an, hat man meist den Eindruck, dass sie oft rein zweckmässig angebracht worden sind. Hier ist eine Zusammenarbeit zwischen Architekten und den Herstellern notwendig. Man wird nicht darum herumkommen, auf juristischem Weg Bandbreiten für Flächenausnützungen festzusetzen, bei deren Auslegung Architekt und Bauherrschaft in erster Linie zuständig sein sollten und die Beamten allenfalls in beratender Funktion beistehen würden. Vor allem gilt es aber die jetzt schon vorhandenen Möglichkeiten wahrzunehmen. In Industriezonen sollten Dachflächen und Fassaden nicht mehr ohne Sonnenkollektoren oder Fotovoltaikelemente gebaut werden dürfen. Hans Brühlmann, Zürich

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